Caspar Schambergers Aktivitäten als Barbierchirurg in Japan. [Caspar Schamberger's activities as a barber-surgeon in Japan]. Dokufutsu Bungaku Kenkyû, No. 44 (Fukoka, 1994), pp.149 - 86.
[日本におけるカスパル・シャムベルゲルによる医療活動] 『独仏文学』第44号(1994年)、149〜186頁。
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Wolfgang Michel

 

Caspar Schambergers Aktivitäten als Barbierchirurg in Japan


Caspar Schambergers Leben, das bis vor wenigen Jahren im Dunkeln lag, habe ich in mehreren Arbeiten eingehender beschreiben können, als ich mir es anfangs träumen ließ.[1] Wissenschaftsgeschichtliche Fragen wurden dabei nur am Rande gestreift, da es hierzu bereits einige qualifizierte japanische Arbeiten gibt[2] und die diffuse Quellenlage kaum weitere Einsichten versprach. Nach und nach traten jedoch bislang unbekannte niederländische und japanische Materialien zutage. Nachfolgend fasse ich auf dieser neuen Grundlage Schambergers Aktivitäten als Barbierchirurg in Nagasaki und Edo während der Jahre 1649 bis 1651 genauer ins Auge.

 

1.0 Nagasaki Herbst 1649

Schambergers Dienst begann offiziell am 5. November 1649. Er hatte von seinem Vorgänger eine kleine Faktoreiapotheke übernommen und seine persönliche Chirurgenkiste mit diversen Mitteln und Instrumenten geordnet. Sicher standen auf Deshima einige medizinische Werke.[3] Vermutlich besaß er auch eins, zwei eigene Handbücher sowie Aufzeichnungen mit allerlei Rezepturen und Beobachtungen, die er auf seinen Reisen in Ost und West notiert hatte.

Der Gouverneur Nagasakis, Baba Saburôzaemon,[4] schien auf seinen Amtsantritt geradezu gewartet zu haben. Denn schon zwei Tage später schickte er die Dolmetscher Inomata Denbei[5] und Namura Hachizaemon [6] mit vier 'geschorenen Männern', also Ärzten, zum Faktoreileiter Anthonio van Brouckhorst und ersuchte um deren tägliche Unterrichtung in der Chirurgie. Brouckhorst empfahl sie dem Chirurgen, der seiner Aufgabe wohl bis zur Abreise am 25. November nachkam.[7] Die vier stellten vermutlich unentwegt Fragen und wollten, da die westlichen Konzeptionen auf Anhieb nicht begreifbar waren, alles sehr genau wissen. Schamberger verstand dies daher als eine Art Prüfung, wenn man dem Rückblick des Leipziger Pfarrers Seligmann folgt. Denn der erklärte 1706, daß der Verstorbene "an letztgedachtem Ort von vier japanischen Ärzten seiner Profession wegen examiniert und seiner chirurgischen Wissenschaft probat erfunden worden” sei.[8]

 

 

2.0 Der zehnmonatige Aufenthalt in Edo 1650

Wir wissen aus den Tagebüchern von Brouckhorst und dessen Nachfolger Pieter Sterthemius, daß Schamberger an zwei Reisen nach Edo teilnahm. Beim ersten Mal gehörte er zum Troß des Gesandten Andries Frisius, der diverse Spannungen abbauen sollte, die sich zwischen der Verenigden Oostindischen Compagnie (VOC) und Japan aufgeladen hatten. Die prächtig austaffierte Gruppe erreichte Edo, den Sitz des 'Kaisers', am letzten Tag des Jahres 1649. Anfangs aus politisch-taktischen Überlegungen, später aber nur noch infolge der Erkrankung des Shôgun, Tokugawa Iemitsu, wurde der Termin für die abschließende Audienz immer wieder verschoben.

Die Ereignisse, das zähe Hin und Her und die Stimmungen unter den Niederländern beschrieben der Gesandte Frisius wie auch der Faktoreileiter Brouckhorst in ihren Tagebüchern.[9] Unter den Beschäftigten der VOC gab es 'qualifizierten' Kräfte, d.h. im wesentlichen das kaufmännische Personal vom Assistenten bis zum Oberkaufmann. Diese wurden alljährlich für die einzelnen Niederlassungen einzeln aufgelistet. Schambergers Rang hingegen war zu belanglos, um ihn ohne besonderen Anlaß in den Papieren und Tagebüchern namentlich zu erwähnen. Vermutlich wechselte aber auch er einige Worte mit jenem kaiserlichen Arzt, der am 21. Januar 1650 den Niederländern einen Besuch abstattete.[10] Wiederholt zeigte man in Hofkreisen zu Edo während der vierziger Jahre Interesse an der 'Medizin der Rothaare'.[11]. Dafür zeugen auch bestimmte Geschenke der Gesandtschaft von Frisius, auf die ich später zurückkomme, sowie der Wunsch der Reichsräte[12] nach Balsam, Mumien(pech) und Ölen.[13]

In der dritten Woche nach ihrer Ankunft in Edo ersuchte man den Gesandten sowie den Faktoreileiter formell, daß sie den Mörserschießer ("mortier”), dessen Korporal, den Chirurgen sowie einen Kaufmann für einige Zeit zurücklassen sollten.[14] Lange hatte die Tokugawa-Regierung auf einen holländischen Artilleristen warten müssen. Kein Wunder, daß sie nun, da ihr Wunsch endlich erfüllt wurde, die Gelegenheit intensiv nutzten wollte. Zudem gedachte der Shôgun den geplanten Schießdemonstrationen beizuwohnen, womit man allerdings bis zu seiner Genesung warten mußte. Den Kaufmann benötigte man als Repräsentanten der Kompanie. Er fällte bei diversen Anliegen die Entscheidungen, führte den Briefverkehr mit Nagasaki und hielt die etwas grobschlächtigeren niederen Chargen an der Kandare. Caspar Schamberger geriet meines Erachtens eher als Dreingabe auf die Wunschliste. Zwar verfügte er dank des Dreißigjährigen Krieges über reiche Berufserfahrungen, doch gab es in diesen ersten Wochen in Edo keine Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen. Mag sein, daß er durch den erwähnten Hofarzt in Augenschein genommen wurde, doch die Entscheidung fällten letztlich andere.

Erst am 6. Februar 1650 findet man im 'Dagregister' des Faktoreileiters Brouckhorst einen Hinweis auf Krankenbesuche durch Schamberger. Da erschien am ein Sekretär des Nagasaki-Gouverneurs Baba mit einem "accident in de schouder”, den der Chirurg kurieren sollte.[15] Frisius, der als Gesandter sein eigenes Tagebuch führte, verlegte den Besuch auf den Nachmittag. Besagter "Secretaris” habe Brouckhorst besucht, doch sei das mehr geschehen, um sich durch den Chirurgen einen "accident”, den er am Arm (!) hatte, beschauen zu lassen. [16] Wahrscheinlich handelte es sich um eine Verletzung am Oberarm.

 

3.0 Inaba Masanoris Behandlung

Vier Tage darauf ließ der spätere Reichsrat Inaba Masanori,[17] Schloßherr von Odawara und 'Bewahrer von Mino', gegen Abend unseren Leipziger Chirurgen wegen einer Angelegenheit am Arm rufen.[18] Dieser Patient gehörte zur Spitze der japanischen Reichsführung. Eilends ließ man Sänften zum 'Nagasaki-Haus'[19] kommen, die Schamberger, einen Dolmetscher - vermutlich Inomata Denpe– - und eventuell noch einen aufsichtsführenden Beamten zur Residenz im Schloßbereich brachten. Wachen, allerorten huschende Schatten dienender Geister und irgendwo in den hinteren Gemächern der Hausherr. Anwesend wohl auch dessen Leibarzt, der gehalten war, dem fremden Kollegen auf die Finger zu sehen. Schambergers Rezept wurde durch den Dolmetscher erklärt und aufgeschrieben.

Es grenzt an ein Wunder, daß ausgerechnet diese Therapie in einer japanischen Handschrift die Zeiten überdauerte. Der Medizinhistorker H. Sôda hatte 1980 eine 'Geheime Überlieferung medizinischer Rezepte der Holland-Chirurgie' (Oranda geka ihô hiden)[20] vorgestellt. Wie so manche japanische Handschrift enthält auch diese am Schluß eine Erklärung zu den Umständen ihrer Entstehung sowie ein Datum, hier - umgerechnet - der Oktober / November 1650. Sôda nahm dies zum Anlaß einer Revision der bis dato publizierten Arbeiten und zeigte die Zusammenhänge mit einer zweiten partiell ähnlichen Handschrift auf, besonders im Hinblick auf siebzehn Pflaster- und Salbenrezepte. Dank der freundlichen Unterstützung Sôdas konnte ich diese 'Geheime Überlieferung' eingehend untersuchen, wobei mir drei Therapiefälle auffielen, welche nicht nur die Authentizität der Schrift um ein weiteres untermauern, sondern auch im Hinblick auf Schambergers Praxis überaus wertvoll sind. Der eine Fall bezieht sich nämlich just auf den im Tagebuch der Faktorei Deshima erwähnten Krankenbesuch:

稲葉美濃守殿筋痛ノ時療治 Behandlung der Sehnenschmerzen Ihrer Exzellenz Inaba, Bewahrer von Mino
一 ヲヲリヨテレメンテイナ Oleum Terebinthinae [Terpentinöl]
一 ヲヲリヨロウリイニ Oleum Laurinum [Lorbeeröl]
一 ヲヲリヨカリヨヒリロウルン Oleum Caryophylli [Gewürznelkenöl]
一 ヲヲリヨホツス[21] Oleum Vulpini [Fuchsöl]
一 ヲヲリヨヘイダラ Oleum Petrae[Steinöl]
一 ヲヲリヨカモメリ Oleum Chamomillae [Kamillenöl]
右合温テ塗付テ良。 Obiges mischen und erwärmt auftragen.[22]

In jenen Dekaden sprachen die Dolmetscher zwar fließend portugiesisch, holländisch aber nur sehr gebrochen. So verwendeten sie anstelle des lateinischen Terminus 'oleum' stets das portugiesische 'oleo' (ヲヲリヨ), 'pedra' und 'termentina' für 'petrae' bzw. 'terebinthinae'. Außerdem erkennen wir den niederländischen 'vos' (Fuchs). Ansonsten ist eine eindeutige Trennung zwischen Latein und Portugiesisch wegen der Ähnlichkeit beider Sprachen und ihrer in der japanischen Silbenschrift unzulänglichen Wiedergabe nicht möglich.

Weiter verwandte Schamberger eine Althee- oder Ibischsalbe. Die Rezeptur hierfür allerdings ist merkwürdig. Möglicherweise hatte er improvisieren müssen:

 

インクヱントデアルデイヤ Unguentum de Althaea
一 シミラ子、草ノ実 Semen Lini,[23] Grassamen
一 ヘ子ゲレテセ、同 [Semen] Foenugraeci, [24] dito
一 ラアデキスサルデイ、葵ノ根 Radix Althaeae, [25] Wurzel von aoi[26]
一 アヲグゾニホツチイ子 Axungia Porci[27]
一 新キホツトル Butyrum recens[28]
一 ゴメペテレイ子、木ノ脂 Gummi Bdellii, Öl eines Baums
一 ゴメアモニヤリン、同 Gummi Ammoniacum, dito
一 セイラ、加減 Cera, [29] soviel wie nötig
右各煉合筋和ケ堅リヲ解ナリ。 Obenstehendes macht die Sehnen weich und löst Verhärtungen .

Die Therapie brachte offenbar Erleichterung und stimulierte Inabas Interesse an westlicher Medizin. In den folgenden Jahren bestellte er immer wieder Drogen, Arzneien, Instrumente und anderes mehr. 1657 nahm er als Seniorenreichsrat eine der einflußreichsten Positionen des Landes ein.[30] Den Namen seines Leibarztes in Edo, Yoshinaga Shôan,[31] finden wir an erster Stelle einer der Schrift 'Caspar Geheimrezepte' (Kasuparu hihô)[32] beigefügten kurzen Genealogie.[33] Yoshinaga, bei den Niederländern auch Jan Schram[34] genannt, hatte sich 1650 entweder Aufzeichnungen angefertigt oder aber Materialien von Inomata Denpe– bzw. anderen Kollegen in Edo erhalten. Er wie auch sein Sohn [35] erhielten bei Schambergers Nachfolgern eine intensive chirurgische Ausbildung.[36] Weitere Materialien Shôans sind in einer von Yoshinaga Shôsetsu redigierten 'Korrekten Überlieferung der Holland-Chirurgie' (Oranda geka seiden)[37] erhalten.

 

 

4.0 Behandlung eines Pagen

Ein weiterer Patient, der im Tagebuch von Brouckhorst allerdings nicht erwähnt wurde, diente dem Senator von Mito (Mito Chûnagon).[38] Dort stand Tokugawa Yorifusa, [39] der neunte Sohn des Dynastiebegründers Ieyasu, einem der drei mächtigen Zweige des Herrscherhauses vor. Einer seiner Pagen[40] litt an einer Bein- oder Fußverletzung:

 

水戸中納言様小姓足ノ療治 Behandlung des Beines eines Pagen des Senators von Mito
ヲヲリヨアネテイネ、少ウン、イノント、痛止 Oleum Anethi,[41] geringe Wärme, inondo,[42] Schmerzstillung
ヲヲリヨカモメリ、熱、ノギク、筋ノタメ Oleum Chamomillae, Fieber, nogiku,[43] für die Sehnen
ヲヲリヨロウリイニ、同、ヒクタン、同 Oleum Laurini, dito, hikutan,[44] dito
ヲヲリヨカリヨヒクロウルン、同、丁子ノ事、同 Oleum Caryophylli, dito, chôji no koto,[45] dito
右四色ハサジ一 ツ宛 Von den obigen vier Komponenten einen Löffel anwenden.
   
ヲヲリヨテレメンテイナ、大熱、筋
ノタメ
Oleum Therebintinae, sehr heiß , für Sehnen
ヲヲリヨスクシイネ、同、同 Oleum Succini, [46]dito, dito
ヲヲリヨヘイダラ、同、湿气去 Oleum Petrae, dito, Entfernung der
Feuchtigkeit
ヲヲリヨヱネペレ、同、筋ノ為 Oleum Juniperi,[47] dito, für die Sehnen
右四色ハ四滴程宛 Von den obigen vier Komponenten
etwa vier Tropfen anwenden.
右八色合温テスリ付其上ニ付ル膏薬
ワメリロウト、サダレノン方未習、
方未習、ムズラキニブス、ヲリス
ゴロ[...]ニ、方未習
Obige acht Komponenten mischen, erwärmen und einreiben. Die hierauf anzubringenden Pflaster sind [Emplastrum] Meliloti[48] [Emplastrum] Santalinum[49] (Rezept nicht gelernt), [Emplastrum] Mucilaginibus, [50] Olisgol__ni[51] (Rezept nicht gelernt).[52]

 

Schamberger hatte offenbar die einzelnen Wirkkräfte erklärt. Da die fremden Namen der Zutaten und Pflaster unverständlich waren, versuchte man, japanische Entsprechungen zu finden. Bei Dingen wie Gewürznelken, die in der chinesischen Apotheke seit alters her auslagen, war das recht einfach. Anders jedoch z.B. im Falle der Kamille, die es in Japan nicht gab. Da behalf man sich mit Blumen, die von der Form her ähnelten, aber - wie wir heute wissen - mit der westlichen Spezies nicht übereinkommen. Die Rezepte für zwei der verwendeten Pflaster kannte man nicht. Eines davon scheint allerdings eine Verballhornung infolge eines Hörfehlers zu sein.

 

 

5.0 Inoues Arzt Tôsaku, Patient und Schüler

Desweiteren rief man Schamberger wiederholt in die Residenz des Großkommissars Inoue Masashige, der den Titel 'Bewahrer von Chikugo'[53] trug und daher bei den Niederländern meist 'Chikugo-dono',[54] also Herr von Chikugo, genannt wurde.[55] Dieser, durch Montanus dem abendländischen Lesepublikum vorgestellte Mann, einer der Protagonisten beim Ausbau des Herrschaftssystem der Tokugawa, hatte ein starkes Interesse an nützlicher westlicher Wissenschaft und Technologie, wozu es bereits Untersuchungen gibt.[56]

Bei ihm arbeitete, wie man aus dem Tagebuch der Faktorei Deshima erkennt, der Dolmetscher Gen'emon,[57] der ausgezeichnet portugiesisch sprach und mit dem Problem der Christen befaßt war.[58] Um die Blasensteine, den Katarrh und andere Leiden[59] des betagten Herren kümmerte sich ein Leibarzt namens Tôsaku.[60] Dieser von der Forschung bislang übersehene Tôsaku zählt zu den wenigen Japanern, die zu jener Zeit intensiv die niederländische Medizin studierten. Seit wann er in Inoues Diensten stand, ist unklar. Dank seiner Position lernte er jedoch mehr ausländische Medikamente und Geräte kennen als die meisten Zeitgenossen. Sicher war er gehalten, sich unermüdlich fortzubilden, denn sein von Beschwerden geplagter Dienstherr erwartete selbstverständlich die bestmögliche Versorgung.

Irgendwann während Schambergers Aufenthalt in Edo ließ sich dieser Tôsaku, der nach Art japanischer Mönchsärzte den Kopf geschoren trug, sogar behandeln, wie die Rezeptur für die 'Behandlung eines Bonzen von Exzellenz Inoue, Bewahrer von Chikugo' zeigt. Auch dies ist eines der raren Therapiebeispiele jenes Jahrhunderts. Vermutlich plagte ihn eine Verletzung, denn Schamberger rieb ihn ein mit Oleum Vulpini, Oleum Therebinthinae, Oleum Laurini, Unguentum de Althaea. Merkwürdigerweise kam auf das letztgenannte Ibischpflaster noch ein Schleimpflaster.

 

井上筑後守様坊主衆療治

Behandlung des Bonzen des Herren Inoue, Bewahrer von Chikugo

ヲヲリト云ハ油ナリ

一  ヲヲリヨホツス

一 ヲヲリヨテレメンテイナ

一 ヲヲリヨロウリイニ

一 インクヱントデアルデイヤ

'Oleo' ist Öl.

Oleum Vulpinum[61]

Oleum Terebinthinae

Oleum Laurinum[62]

Unguentum de Althaea[63]

右合ヌリ付其上ニムスラギニフスヲ付ルナリ

Obiges einreiben und darauf ein

Mucilaginibus-Pflaster[64] befestigen.[65]

Den ersten niederländischen Hinweis auf Tôsaku fand ich in einer Bestellung, die am 26. Februar 1652, d.h. nur drei Monate, nachdem Schamberger Japan verlassen hatte, aufgegeben wurde. Der Gesamtumfang fiel derart aus dem gewohnten Rahmen, daß der Faktoreileiter Boucheljon sie sogar ins Tagebuch eintrug. Dort lesen wir unter anderem:[66]

 

"Das Nachfolgende für Chikugo-donos Bonzen oder japanischen Meister
2 Catty Mastix
2 Catty Radix Gentianae
10 Catty Terpenthina
 
 
Mastix
Enzianwurzel
Terpentinöl
1 Catty Colophonium 'Geigenharz', durchscheinendes Harz von Pinus sylvestis;
1 Catty Bäumchen Hollwurtz
1 Catty Radix consolidae
1 Catty rote Rosen
Aristolochia rotunda, Osterluzei
Schwarzwurzel
1 Picol Cantharides getrocknete Käfer der Art Lytta vesicatoria Fabricius
5 Catty Bolus Armenus 'Armenische Kugel', gelblich-roter, viel oxidiertes Eisen enthaltender Ton
1 Catty Flores Meliloti
2 Picol Safran
10 Picol Nelkenöl
2 Catty Gummi ammoniacum
3 Picol Mandelöl, süß und bitter
1 Catty Gummi galbanum
Steinkleeblüten
 
Ol. Caryophylli
 
Ol. Amygdalarum
Gummiharz von Bubon Galbanum
2 Picol Vitriolöl Acidum sulfuricum fulmans, d.h. rauchende Schwefelsäure
2 Catty Gummi Opoponax
2 Catty Ochsenfett
1 Catty Aloes epatica
10 Catty Olivenöl”[67]
Panax-Gummi, aus der Panax Wurzel
 
gemeine Aloe, Aloe perfoliata L.

Wer solche Mittel anforderte, wußte, wozu sie dienlich sind. Tôsaku saß wohl stets dabei, wenn Inoue und die VOC-Chirurgen über medizinische Fragen sprachen. In den folgenden Jahren findet man im Faktoreitagebuch mehrere Hinweise auf ihn. Er fertigte Aufzeichnungen an, brachte allerlei Mittel, die er sich erklären ließ und verwaltete offenbar die Drogen und Arzneien im Hause seines Dienstherren. Anfang 1653, als der Barbier Stijden ein Geschwür behandelte, meinte der Faktoreileiter, es wäre schön, wenn der Patient vor ihrer Abreise aus Edo genese. Tôsaku bilde sich aber ein, überwiegend durch Aufschreiben ein ausreichendes Wissen in ihrer Wissenschaft erlangt zu haben und ihn gegebenenfalls mit den Arzneien Inoues heilen zu können.[68] Leider starb dieser Arzt jedoch schon 1655,[69] so daß er zur Verbreitung der 'Caspar-Chirurgie' wohl nur bedingt beitrug. Viele seiner Aufzeichnungen verbrannten wohl in jener Feuerkatastrophe von 1657, die fast die gesamte Stadt Edo einäscherte.

 

 

6.0 Nach der Abreise der Gesandtschaft

Schamberger machte zwischen Februar und April 1650 noch weitere Krankenbesuche. Kurz bevor Frisius, Brouckhorst und ihre Begleitung nach Nagasaki zurückreisten, faßte der Buchhalter am 13. April diverse Ausgaben der vergangenen Wochen zusammen. Darunter findet man einen Posten 'für zwei Sänften, in denen der Chirurg und der Dolmetscher täglich zu verschiedenen Großen (um sie zu kurieren) durch Befehl des Chikugo-dono getragen wurden'. Überdies hatte man 'diverse Notwendigkeiten' für den Chirurgen gekauft.[70]

Drei Tage darauf verließ die Gesandtschaft Edo. Zurück blieben der Kaufmann Willem Bijlevelt aus Alkmaar, mit fast 15 Jahren in Ostasien ein sehr erfahrener Mann,[71] der Mörserschütze Jeuriaen Schedel, dessen Korporal Jan Smid sowie Caspar Schamberger. Für die Betreuung der vier Europäer waren der Dolmetscher Inomata Denpe–, ein "onder bongioey” namens "Cacquemon”,[72] acht Diener und zwei Köche abgestellt, die alle eine besondere Abschiedszulage erhielten.[73] Daß sich die vier auf die kommenden Wochen freuten, darf angesichts der strengen Aufsicht und ihres ohnehin schon langen Aufenthaltes bezweifelt werden. Als kurz nach der Abreise ein an Brouckhorst adressierter Brieg[74] aus Nagasaki in Edo eintraf, brachte der bereits 'Erquickung' in ihrer 'traurigen Einsamkeit'. Gerne hätten sie ihn an den eigentlichen Adressaten weitergeleitet, aber man vertraute dem Dolmetscher nicht, weshalb das unterblieb.

Bijlevelt führte während der folgenden Monate ein Tagebuch, das leider verschollen ist.[75] Doch erlaubt seine Aufstellung aller Ausgaben ("reekeningh en specificatie van d'ongelden”) einige Rückschlüsse auf Schambergers Aktivitäten.[76] Als penibler Buchhalter registrierte er zum einen die täglichen Einkäufe an Fisch, Gemüse, Hühnern, Fasanen, Brennholz, Brot usw. Andere Ausgaben wurden am Monatsende zusammengefaßt. In der zweiten Aprilhälfte, also den ersten Wochen zu viert, verließen nur Schamberger und seine japanischen Begleiter an etwa sechs Tagen ihre Herberge:

'Siebzehn Tagesheuern für die Träger von Sänften, mit denen der Dolmetscher, der Beamte und der Chirurg bei verschiedenen gebrechlichen Personen den vergangenen halben Monat täglich ausgewesen sind, um diese zu behandeln usw., insgesamt Tael 2.9.3.'[77]

Da der Gesundheitszustand des Shôgun sehr labil war, gab es für den 'Feuerwerker' Schedel und seinen Korporal anfangs noch nichts zu tun. Während der folgenden Monate wurde aber auch er emsig, so daß man Schambergers Anteil nicht mehr genau erkennt: im Mai waren es insgesamt 43 Tagesheuern, im Juni 59, im Juli 74, im August 223, September 194 und die zwei Wochen im Oktober noch 19.[78] Bis zum Juli wurde der Chirurg in der kurzen Erklärung stets an erster Stelle genannt.

Daß Schamberger viel zu tun hatte, belegen auch Briefe, die Bijlevelt nach Nagasaki schickte. Im ersten Schreiben vom 7. Juni 1659, das der zufällig in Edo weilende Bürgermeister Takashima Jirôbe[79]– mit nach Nagasaki nahm, berichtete er unter anderem, daß der Chirurg täglich verschiedene 'Große und Kleine' behandele. Er benötige aber dringend einige Medikamente, die Inoue nicht habe und aus einer beigefügten Liste ersichtlich seien. Diese ist heute leider nicht erhalten.[80] Ein zweites Schreiben mit ähnlichem Inhalt folgte am 27. Juni. Wieder werden viele Patienten erwähnt, die er durch Order Inoues 'täglich unter die Hände' bekomme. Man würde das Schreiben per Landpost schicken, auf daß es schneller ankomme und man nach beiliegender Aufstellung des Chirurgen so rasch wie möglich die Sachen besorgen könne. Denn diese würden 'zur Annehmlichkeit verschiedener Großer' bestellt.[81] Interessanterweise lesen wir in einem Zusatz, daß Schamberger 'einige Medizin-Bücher' anfordert, 'die er nötig' habe, 'dem Chikugo-dono einige Fragen daraus zu erklären'.[82]

Das Botensystem war in der Tat schneller, und so erreichte dieses Schreiben Brouckhorst am 10. Juli, d.h. noch vor dem ersten Brief..[83] Am folgenden Tag schickte er die erbetenen Medikamente samt Begleitbrief über den nagasakischen Gouverneur ab. Die Sendung benötigte - wie eine Empfangsnotiz Bijlevelts zeigt - für die 1200 Kilometer nur zwei Wochen.[84]

Ende des Monats erhielt Brouckhorst ein (nicht mehr erhaltenes), auf den 17. Juli datiertes Schreiben von Bijlevelt nebst einer Aufstellung von Medikamenten und Raritäten ("vreemdicheden”), die Inoue so rasch wie möglich aus Holland zu beziehen wünschte.[85]

In seiner Antwort bat er die auf die Heimreise drängenden vier um Geduld. Sie sollten auf alle Fragen zur Chirurgie, Landvermessung und den Mörsern, so gut es gehe, antworten, aber von sich aus nicht allzu viel reden. Als gutes Zeichen wurde gewertet, daß der Shôgun die Kosten für den Lebensunterhalt der vier übernahm. Der Dolmetscher Inomata, dessen Geschäftssinn und Unzuverlässigkeit wiederholt in niederländischen Dokumenten beklagt wurde, muß Schamberger aus eigenem Antrieb Patienten zugeführt haben. Denn Brouckhorst schrieb weiter, wenn durch den Dolmetscher 'Verstümmelte oder Lahme angebracht würden, denen man nicht helfen könne', dürfe der Meister Caspar dies abschlagen, mit der Entschuldigung, daß sie nicht heilbar seien. Das Eselchen, d.h. Inomata, sei unbeliebt und versuche nur, den Chevalier zu spielen, wie man das allezeit gewöhnt sei. Dieser Brief erreichte Edo am 17. August. [86]

Etwa zur selben Zeit wie Brouckhorst brachte Bijlevelt einige, leider nicht mehr erhaltene Zeilen zu Papier. Denn gegen Ende Juli waren die bestellten Medikamente angekommen. Beim Öffnen der Sendung zeigte sich, daß 'durch unvorsichtiges Tragen die Fläschchen mit Ölen meistenteils in Stücke zerbrochen' waren.[87] Brouckhorst mußte nun eine neue Sendung zusammenstellen, die vermutlich Ende August in Schambergers Hände gelangte. Im folgenden, auf den 4. September datierten langen Schreiben aus Edo, werden vorwiegend die Aktivitäten Schedels beschrieben, der Ende August / Anfang September in Anwesenheit des Reichsrates Makino und des Großkommissars Inoue erfolgreich mit den Mörsern geschossen habe.[88] Die sofort verfaßte Antwort ist nicht erhalten.[89] Ebenso ein am 4. Oktober aus Edo ausgelieferter Brief samt einem beigefügten Auszug aus Bijlevelts Tagebuch. Brouckhorst erwähnt nur, daß die insgesamt positive Situation. Auch dürften sich die Niederländer ziemlich ungehindert in der Stadt bewegen.[90] Das letzte Schreiben in diesem Briefwechsel wurde am 7. Oktober aufgegeben[91] und erreichte die Adressaten, wenn überhaupt, irgendwo zwischen Edo und O—saka. Eigentlich hatten sich die vier Europäer schon darauf eingestellt, bis zur Ankunft des Faktoreileiters, der jedes Frühjahr zum Hofe pilgerte, ausharren zu müssen. Doch dann kam plötzlich die Erlaubnis zur Rückreise, die man am 15. Oktober antrat.

Einen Tag zuvor faßte Bijlevelt in seinem Rechnungsbuch diverse Ausgaben der verstrichenen Monate auf Gulden, Stuiver und Penning zusammen, darunter einige Einkäufe Schambergers:

'Für folgende Drogen und anderes, das durch den Chirurgen beim Zubereiten einiger Medizinen zum Nutzen der empfohlenen Patienten während unseres Aufenthaltes in Edo verbraucht wurde, nämlich  
für Heilkräuter, Wurzeln und Samen 2.6.7.
3 Gantang[92] Araklikör [< port. araque] -.7.-.
Giroffelnagel[93] .3.-.
weißes und gelbes Wachs 1.5.-.
Quecksilber -.7.5.
Schwefel und Bleiweiß -.2.9.
Walfischbein -.3.1.
3 1/2 Ellen Leinwand für Pflaster und Binden 1.5.2.
einige irdene Flaschen, Täßchen, Töpfchen und Mörser 1.4.4.
1 Kesselchen und 1 Chintz-Kattun[94] -.3.1.
  9.7.9.[95]

 

Dies waren typische Mittel für Salben und Pflaster, und die Walfischknochen dürften zum Schienen von Brüchen benutzt worden sein. Aus der Aufstellung der Transportkosten für die Rückreise ersieht man weiter, daß Schamberger vier Medikamentkisten verwaltete.[96]

Man entließ die vier Europäer nicht mit leeren Händen aus ihren Diensten. Bijlevelt hatte 20 'Röcke', d.h. wahrscheinlich Kosode-Gewänder, im Gepäck. Der Mörser-Artillerist Jeurian Schedel füllte seinen Beutel mit 100 Schuit, Schamberger mit 30 Schuit und Jan Smid mit 20 Schuit Silber.[97] Zweifellos maß man den militärischen Künsten Schedels die höchste Bedeutung zu.

 

 

7.0 Zu den von Schamberger in Edo benutzten Büchern

Wir wissen aus Bijlevelts Brief an Brouckhorst, daß Schamberger sich von Deshima Bücher schicken ließ, um die Fragen des Großinspekteurs Inoue besser beantworten zu können. Um welche Werke es sich im einzelnen handelte, ist nirgendwo angegeben. Doch läßt die im Zusammenhang mit Tôsaku bereits zitierte Bestellliste Inoues vom Januar 1652 einige Vermutungen zu. Denn dort werden unter anderem verlangt:

'- Vier eiserne Hände mit Schrauben, wie natürliche gemacht, worin man einen Hauer, um zu fechten, und eine Feder, um zu schreiben, einstecken und gebrauchen kann, zwei rechte und zwei linke Hände und das eine Paar köstlicher und kurioser als das andere.
- Zwei auf die gleiche Art gemachte Beine, um sie wie oben bei Verlust der natürlichen oder aus Kuriosität zu gebrauchen.'[98]

Auf einen solchen Gedanken konnte Inoue nur verfallen, wenn er entsprechende Abbildungen gesehen hatte. Und das waren zweifelsohne die eindrucksvollen Prothesen im 23. Buch von Ambroise Parés berühmter 'Chirurgie', Kapitel 11 und 12 (De Deficientium Supplemento).

Außerdem wünschte er:

- Ein Buch, handelnd von der Anatomie des Menschen mit Abbildungen, in portugiesischer Sprache
- Ein Kräuterbuch, in dem die Abbildungen nach dem Leben gezeigt sind, auch in portugiesischer Sprache[99]

Das Anatomiebuch hatte er schon einmal zum Ende des Schambergerschen Japanaufenthaltes bestellt.[100] Nun forderte er es erneut an, dazu ein Kräuterbuch - der besseren Übersetzbarkeit zuliebe in portugiesischer Sprache. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß 1650 in der Barbierstube zu Deshima zumindest eine Ausgabe der Werke Parés vorhanden war. Vielleicht gab es dazu eine Anatomie, z.B. die von Vesalius, und auch ein Kräuterbuch wie das von Dodonäus. Das Kräuterbuch war für die Japaner insofern wichtig, um einen Eindruck von der Art der Heilpflanzen zu gewinnen, welche in allerlei Rezepturen unter ihrem westlichen Namen standen. Bei etwas Glück fand sich dann vielleicht auch eine ähnliches japanisches Gewächs.

Im Regal auf Deshima stand auch die 1636 erstmal erschienene Pharmacopoeia Amstelredamensis. Dieses Arzneibuch hatte man vergleichsweise spät aus der Augsburger, Kölner und Londoner Pharmakopöe kompiliert, um bei der Versorgung der Amsterdamer Bevölkerung mit Heilmitteln einen Standard zu setzen. Solche Normierungen waren natürlich auch bei der Ausstattung der Barbierkisten für die Schiffe nötig. Daß ein Exemplar nach Nagasaki gelangt war, zeigt das Faktoreitagebuch. Am Abend des 14. November 1653 kam der Dolmetscher Magobe–, um für den Gouverneur Kaishô– Kiemon 'die Beschreibung einiger zusammengesetzter Medikamente aufzuschreiben, namentlich beruhigende Salben und Pflaster, wozu der Chirurg gerufen wurde'. Der 'begann mit einigen leichten', welche die wenigsten und in Japan erhältlichen Ingredienzien hatten, 'aus der Amsterdamer Pharmacopoea vorzustellen'.[101] Und auch Schambergers Rezepturen für siebzehn Pflaster und Salben, die in Japan unter seinem Namen tradiert sind, stammen fast durchweg aus diesem Amsterdamer Arzneibuch. [102]

Theoretisch bestand, um der Einschmuggelung christlicher Schriften vorzubeugen, ein Einfuhrverbot für Bücher. Doch schon zu Schambergers Zeiten waren medizinische Werke davon ausgenommen. Dies belegt folgende Bemerkung von Johann Jakob Merklein, der im Sommer 1651 nach Nagasaki kam:

"So geben auch die jenigen Auffseher (so die Holländischen Bücher / gleich bey der Ankunft der Schiffe / besichtigen / und auf die Figuren derselben genau acht haben) ihnen die Artzneybücher / welche sonderlich von der Chirurgie und Kräutern handeln / in der Stelle (und wie vermuthlich) aus sonderbarer Zuneinung gegen die jenige Kunst / wieder: Jedoch mit dem Beding / daß sie sich nicht groß damit machen / noch viel Rühmens davon haben sollen.”[103]

 

8.0 Inoue Masashiges Heilmittelsammlung

Schamberger hatte sich, wie Bijlevelts Schreiben vom 7. Juni 1650 erkennen läßt, einiger Drogen und Arzneien aus den Beständen des Hauses Inoue bedient. Zu den diesbezüglichen Bestellungen des Großkommissars gibt es zwei eingehende Untersuchungen, die auf Analysen der Tagebücher von Deshima beruhen.[104] Allerdings sind die diesbezüglichen Eintragungen der Faktoreileiter meist nur summarisch. Mehr Informationen und Details findet man in den Fakturen der jeden Sommer von Batavia nach Japan auslaufenden VOC-Schiffe.

Da lud man im Juni 1640 'eine Kiste mit verschiedenen Medikamenten für den Commissaris Chikugo-dono' im Wert von 127,10 Gulden auf.[105] Dies ist die älteste nachweisbare Lieferung dieser Art.

1642 brachte die Jacht Paauw (Pfau) wiederum ein 'Kistchen mit verschiedenen Medikamenten' im Wert von 110 Gulden für Inoue mit.[106] Zwei Jahre darauf bereitete der Oberchirurg des Casteels Batavia vier Fässer mit destillierten 'Wässern' eigens für Japan zu.[107]

Im Juni 1645 wurden zwei ebenfalls durch besagten Oberchirurgen gerichtete 'Medikamentkisten' auf die Henriette Louisa geladen. Eine war 'für den Kaiser von Japan' bestimmt, die andere 'für den Gebrauch in der Faktorei'. [108]

Im Sommer 1646 transportierte man auf der Zeeros (Seerose) ein 'Köfferchen mit eiserenen Bändern, darin allerhand Chirurgen-Gerätschaften und andere Kleinigkeiten aus Silber, aus vergoldetem Silber und aus Eisen' enthalten waren. Dazu kam ein 'schwarzer Ebenholz-Kasten oder kleines Kabinett mit einer Apotheke aus vergoldetem Kupfer, verziert, mit verschiedenen Ausziehschublädchen'. Weiter gab es eine Kiste mit 'komponierten und einfachen Drogen', meist 'köstliche destillierte Ölen, Conserva, Balsamen, Pflaster' samt einer Instruktion, 'wie man dieselben gebrauchen solle und zu welchen Unglücksfällen sie dienlich' seien. Aus diesem Vorrat könne das besagte Kabinett bestückt werden, sei es durch die Niederländer, sei es durch die Japaner selbst, je nach ihrem Belieben. Außerdem legte man sage und schreibe 64 Bezoarsteine bei, zu Händen des Faktoreileiters Willem Verstegen. Ein Pedra Pork[109] im Gewicht von einem Real war nicht taxiert, d.h. als Geschenk vorgesehen.[110]

Im Juli 1647 fertigte man in Batavia unter anderem Öle aus bitteren und süßen Mandeln für Japan ab. Dazu ein Öl für schlimme Ohren, von dem man zwei, drei Tropfen ins Ohr fallen lassen und dieses anschließend durch ein Stück ölgetränkten Kattuns schließen solle. Inoue hatte weiter Wurmkraut bestellt, das in drei Glasfläschchen eingepackt wurde. Weiter lag für ihn ein Kästchen mit elf Lanzetten bei. Zehn waren nach Modellen gefertigt, welche die Japaner der Bestellung beigefügt hatten. Eine war platt geschliffen und zur gefälligen Ansichtnahme beigelegt. Verzeichnet sind weiter sechs Pfund Opium in einem Apothekertopf, ein Pedra Pork (untaxiert), Mumie sowie je ein Fläschchen Gewürznelken-, Muskatnuß- und Terbentin-Öl in einem schönen Kästchen zu Händen des Oberkaufmanns Coijet. [111]

Im Sommer des Jahres 1648 hatte man aus Batavia wiederum eine Sendung von Borneo-Kampfer, dazu guten Opium, zehn Pfund ‚Foely oder Maccis',[112] vier Fäßchen mit gebrannten Wässerchen, eigens durch den Oberchirurgen des Kastells Batavia destilliert, sowie eine große und eine kleine Medikamenten-Kiste für Inoue, für den Sekretär des Nagasaki-Gouverneurs Baba und andere nach Japan geschickt.[113] Acht Tage vor seiner Abreise nach Batavia erhielt Coijett erneut eine Bestellung Inoues über Medikamente, Bezoarsteine und hochwertige Fernrohre, die dann Frisius und Brouckhorst 1649 mitbrachten.[114]

Bei Arznei-Kisten verzichtete man gewöhnlich auf eine Auflistung des Inhalts. Nicht so 1649, als man der Gesandtschaft von Blockhuijs und Frisius eine offenbar besonders kostbare Sendung anvertraute, wie die Faktur zeigt. Die erste Kiste mit der Nummer 79 war zur Auslieferung an Reichsräte vorgesehen:[115]

6 Unzen Oxi[mel] zu 8 Gulden pro lb

4 Unzen Succini albi zu 2 Gulden pro lb

1 lb Balsamum Peruvianum

1 1/2 lb Mumie zu 36 Stuiver pro lb

4 lb Oleum Terebinthinae zu 6 Stuiver

3.-.-.

-.10.-.

10.-.-.

2.14.-.

2.14.-.

[Sauerhonig]

[weißer Bernstein]

[Perubalsam]

['Mumienpech']

[Terpenthinöl]

 

17.8.-.

 

Der Empfänger der zweiten Kiste mit der Nummer 4 ist unbekannt. Da aber bei Lieferungen für den Hausgebrauch auf Deshima in den Fakturen der Inhalt nie aufgelistet wurde, gingen diese Mittel wahrscheinlich an Inoue:[116]

 

A

2 lb Theriaca zu 5 Gulden pro lb

10.-.-

 

B

2 lb Mitridat[117] zu 4 Gulden

8.-.-

 

C

2 lb Confectio Hyacintex

24.-.-

 
D

2 lb Confectio Alkermes

30.-.-

[Trächtige Weibchen der Kermesschildlaus (Kermes vermilio) mit Essig besprengt und getrocknet]

E

3 lb 4 Unzen Aqua vitae Mathioli

11.2.-

[gebranntes 'Wasser' nach Matthioli]

F

2 1/2 lb Balsamum Hyperici

7.4.-

 

G

2 lb Defensivum Vigonis

2.8.-

[Defensivpflaster nach Vigo]

H

2 Unzen Resina Jalappae zu 5 Gulden

10.-.-

 

I

K

L

M

1/4 lb Radix Mechoacannae

11/4 lb Salsaparilla zu 6 Gulden

1/4 lb Radix Contrayervae

11/4 lb Lignum Nephriticum

-.9.-

9.-.-

-.12.-

3.-.-

 
 
 

[Griesholz]

N

6 Unzen Cristallum Tartari

-.18.12

[Weinstein]

O

6 lb Mumia zu 24 Stuiver

7.4.-

 

P

1/4 lb Paeonia

-12.-

 

Q

1/4 lb Terebinthina Veneta

1.4.-

[Venedischer Terpenthin]

R

1 Rippe der Meerminne

94.-

[Knochen verschiedener Lamantin-Arten]

   

165.13.12

 

 

Im Herbst 1650 gegen Ende des langen Aufenthaltes in Edo verfaßte der Dolmetscher Inomata Denbei einen Bericht für den in Edo residierenden Nagasaki-Gouverneur. Dieser hat viele Spuren in der weiter oben erwähnten Handschrift 'Oranda geka ihô hiden' hinterlassen. Zurück in Nagasaki mußte eine Abschrift für den vor Ort amtierenden Nagasaki-Gouverneur angefertigt werden. Reste davon sind in einer 'Sammlung der holländischen chirurgischen Therapien' (Oranda gairyô-shû) erkennbar, das auf Kawaguchi Ryôan,[118] einem Vertreter der Caspar Chirurgie, zurückgeht. Beide Quellen enthalten eine Aufstellung von Medikamenten mit kurzer Beschreibung. Die Mittel decken sich mit denen in den obigen Kisten, so daß die Beschreibungen von Schamberger stammen müssen.

Während diese Aufstellung nur noch in einem einzigen weiteren Text enthalten ist, wurden 17 Pflaster- und Salbenrezepte, die ich an anderer Stelle analysiere, bis ins 19. Jahrhundert immer wieder abgeschrieben:

 

カスパル流十七方 17 Rezepte nach Caspar
ヱンフラストテヘンシイフン Emplastrum Defensivum
ヱンフラストテヤキロン Emplastrum Diachylon simplex
ヱンフラストムスラキニフス Emplastrum Mucilaginibus
ヱンフラストテヤルマ Emplastrum Diapalmae
ヱンフラストテヤホンホリコ Emplastrum Diapompholigos
ヱンフラストガラサデイ' Emplastrum Gratia Dei
ヱンフラストデ–ニイヨ Emplastrum de Minio
ヱンフラストメリロウト Emplastrum de Meliloto
ヱンフラストヲシコロシヨン Emplastrum Oxycroceum
ヱンフラストゲリジウン Emplastrum Griseum
イングヱントアルフンカンカンフラトン Unguentum Album Camphoratum
インクヱントアホストロウルン Unguentum Apostolorum
インクヱントバジリコン Unguentum Basilicon / Basilicum
イングヱントステヘリン Unguentum Stipticum
インクヱントヲヲリウン Unguentum Aureum
インクヱントデアルテイ' Unguentum Nervinum
インクヱントヱジブシヤクン Unguentum Aegyptiacum

 

 

9.0 Die zweite Reise nach Edo

Schambergers "Lebens=Lauff”, den der Leipziger Pfarrer Seligmann 1706 anläßlich der Leichenpredigt verlas, beschreibt in einem kurzen Abschnitt auch die Zeit in Japan. Nachdem Schamberger durch vier japanische Ärzte für geeignet befunden wurde, habe er

"die hohe Gnade erhalten, daß er wegen seiner Kunst und Operationum Chirurgicarum von dem Japanischen Käyserlichen Hofe selbsten, auch andern grossen Herren und vornehmen Standes=Personen, in manchen ereigneten Fällen zu rathe gezogen, auch wegen vieler glücklicher Curen mit hohen Privilegiis und Freyheiten, so wohl vor seine Person selbst, als die sämtliche Ost=Indianische Compagnie begnadiget, und endlich gar daselbst eine Zeitlang zu verbleiben genöthiget worden. Und wiewohl er auff sein inständiges suchen, endlich wiederum die Dimission und zu seiner vorigen Europæischen Compagnie zurücke zu kehren, Erlaubniß erhalten, ward er doch das andere Jahr darauff mit dem neuen Ober=Haupt wiederum an den Japanischen Käyserl. Hof auffs neue beruffen.” [119]

Am 14. November 1650 trafen die vier Europäer wieder in Nagasaki ein. [120] Nur wenige Tage zuvor, am 5. November, war übrigens Sawano Chûan alias Christivão Ferreira gestorben, einer der einflußreichen Mittler der iberisch geprägten 'Südbarbaren-Chirurgie'. [121] Bijlevelt brachte eine kleine Zusatzbestellung Inoues mit, darunter 'eine Partie Glasinstrumente zum Schröpfen', also Ventosen, sowie 'ein Anatomiebuch nebst einer Beschreibung' des Inhalts.[122] Da sein Dolmetscher nur portugiesisch sprach, Schambergers Exemplar wohl eine niederländische Ausgabe war, lag die Bitte um Beschreibung des Inhalts nahe. Auch gingen die Schröpfgläser sicher auf Erklärungen oder Demonstrationen durch Meister Caspar zurück.

Während Bijlevelt, Schedel und der Korporal Smid nach der Rückkehr ihre verdiente Ruhe genossen, mußte Schamberger zehn Tage später wieder aufbrechen - nunmehr als Begleiter des neuen Faktoreileiters Pieter Sterthemius. Der hatte am 25. Oktober anläßlich der Amtsübergabe von Brouckhorst eine schriftliche Instruktion erhalten. Darin hieß es unter anderem, daß Sterthemius bei der kommenden Hofreise so viele Arzneimittel aus dem Bestand der Faktorei nach Edo mitnehmen solle, wie man nur entbehren könne. In diesem Sommer seien keine Medikamente für die ‚Großen' aus Batavia eingetroffen, der Chirurg aber, dem täglich viele Verstümmelte („vermincqte") zugebracht würden, benötige sie sehr.[123]

Am 5. Januar 1651 traf die Gruppe in Edo ein. Sterthemius schickte unverzüglich einen Dolmetscher zu Inoue. Als der hörte, daß sie den 'jüngst allhier gewesenen Chirurgen wieder dabei hätten', lud er Schamberger für den nächsten Vormittag ein und schickte, um sicherzugehen, sogar ein Briefchen ins Nagasaki-Haus.[124] Wunschgemäß begab sich der Chirurg eine Stunde nach Sonnenaufgang zur Residenz des Großkommissars. Sein Gastgeber war guter Stimmung und stellte allerlei Fragen. Ob Schamberger auch in anderen Gegenden Ostindiens für die Kompanie gearbeitet habe, ob er Portugiesisch könne, welche Medikamente er mitgebracht habe und anderes mehr.[125]

Am 8. Januar suchten Sterthemius, zwei Kaufleute sowie Schamberger erneut Inoue auf. Schamberger mußte zurückbleiben, um verschiedene Fragen zur Chirurgie zu beantworten.[126] Am nächsten Tag stellte er in Inoues Residenz eine Liste der mitgebrachten Medikamente auf. Die Namen wurden durch einen Dolmetscher in japanischer Schrift aufgezeichnet. Es hieß, daß man sie im Namen der Niederländer dem Kaiser präsentieren werde. Sie hätten ihre Wirkung wiederholt bewiesen und würden künftig in Japan noch mehr geschätzt als bisher. [127]

Wie im Vorjahr verteilte Inoue die erhaltenen Bezoarsteine an die Reichsräte. [128] Auf seine Anordnung hin behandelte Schamberger im Laufe des Monats 'durchgehend' verschiedene Patienten. [129] Auch im folgenden Monat machte er solche Krankenbesuche. Denn am 19. Februar äußerte Inoue gegenüber dem Dolmetscher Magobe– mit erkennbarer Zufriedenheit, daß täglich so viele gute Kuren durch den Chirurgen getan würden. Erneut hob er unter den mitgebrachten 'Raritäten' die Medikamente hervor. [130] Anfang März notierte Sterthemius, daß der Chirurg von Inoues Dolmetscher einiges über den Termin der Audienz gehört habe.[131] Mithin konnte Schamberger sich auf portugiesisch verständigen.

Die angekündigte Audienz fand am 24. März 1651 statt. Während der Vorbereitungen für die Rückreise übermittelte Inoue die Wunschliste des Shôgun und der Reichsräte.[132] Solche Aufträge nahmen die holländischen Schiffe im Herbst nach Batavia mit. Was dort vorrätig war, konnte im folgenden Sommer geliefert werden, Raritäten aus Europa hingegen frühestens zwei Jahre darauf. Folgende Lieferungen für Inoue in der Kiste Nummer 72 des Schiffes "smiendt” vom Sommer 1652 gehen daher noch auf Schambergers Einflüsse zurück:[133]

'1 Cattÿ Mumia[134] für die Kinder des verstorbenen Herren von Owari  3.-.-
2 mit Kupfer beschlagene Chirurgen-Verband-Dosen mit Lanzetten und Gerätschaften für den Commissaris Chikugo-dono  19.-.-
Ein Herbarium von Dodonaeus für den Herren Chikugo-dono 120.-.
Eine Historia Naturalis für betreffenden 52.-.-'

Es ist hochinteressant, daß ein Herbarium von Dodonaeus so früh nach Japan kam. Mit der Historia Naturalis, die an anderer Stelle auch als Historia Naturalis van Westindien bezeichnet wird,[135] ist das nur wenige Jahre zuvor in Holland durch Willem Piso herausgegebene Werk Georg Markgrafs, nämlich die Historia rerum naturalium Brasiliae libri VIII (Amsterdam 1648), gemeint.

Das Handelsjournal der Faktorei Deshima führt die ankommende Ladung erneut auf, gelegentlich detaillierter als die batavische Faktur. Hier findet man für jenen Sommer 1652 neben den Büchern und der Büchse noch 'schön destillierte Wässer' im Wert von 150 Tael. Brandtwein floß wohl meist die Kehlen hinunter, doch einen Teil benötigten die Chirurgen bei der Bereitung von Pflastern und Salben bzw. zum Auswaschen von Wunden. Das Journal zeigt weiter:

'Eine große Kiste mit diversen Medicamenten und Drogen, express aus den Niederlanden für Japan geschickt, kommt auf  320.18.-.
Eine Kiste, darin 2 lb Oleum Vitrioli, 2 lb Oleum Sulphuris, 2 lb Oleum Succini, 2 lb Spiritus Vitrioli, 6 lb Semen Anisi, 6 lb Semen Cumini, 3 lb Radix Iridis, 1 lb Crocus Orientalis, 6 lb Radix Carlinae, 2 lb Spiritus Sulphuris, 1 lb Unguentum Martiatum, 1 lb Unguentum Nervinum kosten zusammen  65.6.'[136]

In der großen Kiste waren unterwegs einige Medicamenta und Confecta verdorben bzw. aus den Gefäßen ausgelaufen , so daß man sie auf Deshima wieder herrichten mußte, was sich natürlich zu Buche schlug:

4 lb Theriacum Andromachi zu 4 Gulden pro lb 16.-.-.
4 lb Conserva Rosarum zu 24 Stuiver pro lb 4.16.-.
2 lb [Unguentum] Populeum zu 24 Stuiver pro lb 2.8.-.
4 lb Leinsaat Öl [= Ol. Lini] zu 4 Stuiver pro lb -.16.-.
4 Unzen Oleum [Seminum] Carei zu 6 Gulden pro lb 1.10.-.
3 Unzen Oleum Foeniculi zu 20 Gulden pro lb 2.5.-.
4 lb Aqua Cardui Benedictui a 4 Stuiver pro lb -.16.-.'[137]

Im selben Jahr wurde noch eine weitere Kiste mit Medikamenten im Wert von 290.17 Tael registriert.[138]

 

 

10.0  Die verbleibenden Monate in Nagasaki

Von dieser zweiten Reise nach Edo kehrte Schamberger am 3. Mai 1651 zurück. Bis zu seiner Abreise aus Japan blieben noch sechs Monate in Nagasaki. Über diese Zeit ist kaum etwas erkennbar. Anfang Juni traf aus Edo wieder eine Bestellung von Inoue ein. Was unter den zahlreichen Medikamenten in Deshima vorhanden war, wurde - sicher durch Schamberger - sofort hergerrichtet und abgeschickt. Die anderen Mittel merkte man für das folgende Jahr vor. [139]

Koga Jûjirô schrieb unter Berufung auf François Valentijn, daß Schamberger im Dezember 1650 vom Stadtvogt ersucht wurde, eine Jagdhündin zu behandeln, die nach dem Wurf von Jungen, nicht wieder zu Kräften kam. Eine Woche darauf sei ein Äffchen mit einer Verbrennung am Schwanz gebracht worden, den er kupieren mußte.[140] Zwar ereigneten sich tatsächlich diese zwei Episoden, jedoch erst im Jahre 1656.[141] Der unfreiwillige Tierarzt war der Barbier Hans Hancko.[142]

Am 3. August 1651 lief das Fleutschiff 'Koning van Polen' ein[143] mit dem Oberbarbier Johann Jacob Mercklein[144] an Bord. Während der Liegezeit in der Bucht von Nagasaki verbrannte sich ein japanischer Edelmann das Bein mit heißem Pech. Schamberger, der täglich nach der Wunde sah, behauptete, er allein sei damit überfordert, und nahm reihum die Schiffsbarbiere mit. Einer der glücklichen Kollegen, die so zu einem Ausflug in die Stadt kamen, war Merklein, der diese Episode der Nachwelt überlieferte.[145]

"Dannenhero sind die Barbirer ( so / meistentheils Teutsche / nach Ost-Indien fahren) in Japan weit besser angesehen / und beliebt dann andere; in dem die Japaner sich ihrer bedienen / und in ihre Städte abholen / dahin ein anderer (so gern er auch wolte) nicht einmal kommen / und die Oerter in etwas beschauen darf. Zum Exempel / als Hr. Merklein in Japan war / geschah es ungefähr / daß sich ein Edelmann zu Nangesake, an einem Bein mit heissem Bech [146] verbrennet hatte: Da begehrten die Japaner von den Holländern einen Wundarzt. Hierzu wurde nun abgeordnet der Oberbarbirer / welcher / den andern Barbirern zum besten / alle Tage einen andern mit sich nahm; mit Vorwand / der Schaden wäre also beschaffen / daß er denselbigen nicht gern allein zu curiren / sich unterfangen möchte. Alsdann wurden alle Tage / der Ober- und Unterbarbirer durch zween Benjois, oder edle Soldaten / und einen Dolmetscher abgeholet; welche / nach verrichtem Gebände / zu sonderbarem Gefallen / im Ruckwege jezuweilen eine Gasse weiter umgeführet wurden: Allein Hr. Merklein kunte ein mehrers von ferne nicht sehen / als schöne Gebäue / gleich den Tempeln und Begräbtnissen; dahin sie nicht gehen durften. Überdiß so werden die Holländischen Wundärtzte von den Japanern / nach vollbrachter Cur reichlich und ansehlich beschenket; wie dazumal Hr. Casp. Schamberger (anjetzo fürnehmer Handelsmann zu Leipzig) im Werk erfahren: Denn vier Soldaten oder Benjois, trugen ihm auf einem Brett / oder Palakin, das Geschenk / für die gehabte Mühe / öffentlich daher; sintemal die Japaner von Natur prächtig / und gesehen seyn wollen. Das jenige aber war ein seidener Rock; eine Lägel Japanischen Weins / Sackie genant; und dann etliche ablang gebrächte Goldstucke; deren er aber keines mit aus dem Lande (so zu betauren) führen durfte sondern / Vermög ihrer Müntz=ordnung / in Silber verwechseln muste.” [147]

Die Verletzung muß in der Tat so schwer gewesen sein, daß noch Schambergers Nachfolger damit zu tun hatte. Denn Anfang Dezember ließ der Gouverneur dem Faktoreileiter Burgh einige Enten verehren und seinen Dank dafür ausrichten, daß er dem Chirurgen erlaubt habe, einen seiner "Bonjoysen” auszuheilen, der sich sehr schwer am Bein verbrannt hatte.[148]

Zu dieser Zeit war Schamberger, der Japan am 1. November auf dem 'Koning van Polen' verlassen hatte, eine knappe Woche von Batavia entfernt.[149]

 

 

Abkürzungen:

ARA= Algemeen Rijksarchief, 's-Gravenhage
SSL = Stolberg-Stolbergsche Leichenpredigtsammlung, Wolfenbüttel

 

 

Literatur:

Arnold(1672)  Christoph Arnold: Wahrhaftige Beschreibungen dreyer mächtigen Königreiche, Japan, Siam, und Korea [...] .Nürnberg 1672.
Fujikawa (1942)  Fujikawa, Yu: Nihon igaku-shi [Geschichte der japanischen Medizin]. Tôkyô 1942. (富士川遊『日本医学史』)
Hasegawa (1969)  Hasegawa Kazuo: Inoue Chikugo-no-kami Masashige no kaigai chishiki ni tsuite [Inoue Masashiges Wissen über das Ausland]. In: Hôsei shigaku, Nr.21, Tôkyô 1969, 125 - 137f(長谷川一 夫:井上筑後守正重の海外知識について
Hasegawa (1979)   Hasegawa Kazuo: Ômetsuke Inoue Chikugo-no-kami Masashige no seiyô-igaku e no kanshin. [Das Interesse des Großinspekteurs Inoue Masashige an der westlichen Medizin]. In: Iwao Seiichi (Hrsg.): Kinsei no Yôgaku to kaigai kôshô. Tôkyô 1979, S.196 - 238. (長谷川一 夫「大目付井上筑後守正重の西洋医学への関心」
Kawashima (1989)  Kawashima, Junji: Doi-han rekidai ran'i Kawaguchi-ke to Kawaguchi Nobutada. Tôkyô 1989. (河島隼恂二『土井藩歴代蘭医河口家と河口信任』)
Koga (1942)  Koga, Jûjichirô Seiyô-ijutsu denraishi [Tradierungsgeschichte der westlichen Medizin]. Tôkyô 1942. Nachdruck 1973. (古賀十一 郎『西洋医術伝来史』)
Koga (1966-68)  Koga Jûichirô: Nagasaki Yôgaku-shi [Geschichte der Weststudien in Nagasaki]. Vol. I. Nagasaki 1966; Vol. II, Nagasaki 1967. Fortsetzungsband, Nagasaki 1968. (古賀十一 郎『長崎洋学史』
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Michel (1991a)  Wolfgang Michel: Kasuparu Shamuberugeru no chôji ni tsuite.
  In: Nihon ishi gaku zasshi (Journal of the Japan Society of Medical History) Vol. 37, No.4, S. 143 - 151, Tôkyô 1991. (「カスパル・シャムベルゲルの弔辞について」)
Michel (1991b)  Ein 'Ostindianisches Sendschreiben' - Andreas Cleyers Brief an Sebastian Scheffer vom 20. Dezember 1683. In: Dokufutsu bungaku kenkyû Nr. 41, S. 15 - 98, Fukuoka 1991.
Michel (1992)  Wolfgang Michel: Caspar Schambergers Reisen nach Edo.
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Michel (1993a)  Wolfgang Michel: Willem Bijlevelt no kinsen suitôbo.
  In Yôgakushi kenkyû No. 10, S. 38 - 82, Tôkyô 1993. (WillemBijleveltの金銭出納簿」
Nagazumi (1975) Nagazumi Yôko: Orandajin no hogosha toshite no Inoue Chikugonokami Masashige [Inoue Masashige als Beschützer der Holländer]. In: Nihon rekishi, No. 327, 1975. (永住洋子「オランダ人の保護者としての井上筑後守正重」
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Sekiba (1933)    Sekiba, Fujihiko:Sei-igaku tôzen shiwa. 2 Bände, 1 Ergänzungsband. Tôkyô 1933. (関場不二彦『西医学東漸史話』)
Sôda (1978)    da Hajime: Nihon no baiyaku (17) - Oranda kôyaku, Kasuparu 17 hô. Iyaku jânaru Vol. 14, No 5 (1978), S. 113 - 119. (宗田一「日本の売薬(17)−オランダ膏薬・カスパル十七方」
Sôda (1980)    SôSôda Hajime: Kasuparu no Edo de no denshû ni tsuite - 'Oranda geka ihô hiden' no shôkai [Über die Instruktionen Caspars in Edo - Vorstellung des 'Oranda geka ihô hiden'. Nihon ishigaku zasshi, Vol. 26, No.3, S.97 - 98. (宗田一「カスパルの江戸での伝習について−阿蘭陀外科医方秘伝の紹介」)
Sôda (1989)    Sôda Hajime: Nihon iryôbunka-shi [Kulturgeschichte der medizinischen Therapie in Japan]. Kyôto, Shibunkaku Shuppan, 1989. (『日本医療文化史』

 

nicht edierte Manuskripte:

Oranda geka ihô hiden 「阿蘭陀外科医方秘伝」. 40 Blatt im Format 14 x 21cm (nicht paginiert), Privatbesitz Satô Fumiko (Tôkyô), Mitglied der Japanischen Gesellschaft für die Geschichte der Medizin (Nihon Ishi-gakkai).
Oranda Kasuparu hihô 「阿蘭陀賀須波秘方」Bibliothek Narita, Narita (Signatur - 7580 - 7)
SSL, Nr. 19803   Leichenpredigt und Lebenslauf Caspar Schambergers
ARA 1.04.21, NFJ 56  dagregister Deshima, 1.11.1641 - 29.10.1642
ARA 1.04.21, NFJ 57  dagregister Deshima, 29.10.1642 - 23.11.1644
ARA 1.04.21, NFJ 58  dagregister Deshima, 8.11.1643 - 15.10.1644
ARA 1.04.21, NFJ 59  dagregister Deshima, 24.11.1644 - 27.10.1646
ARA 1.04.21, NFJ 60  dagregister Deshima, 28.10.1646 - 10.10.1647
ARA 1.04.21, NFJ 61  dagregister Deshima, 3.11.1647 - 8.12.1648
ARA 1.04.21, NFJ 62  dagregister Deshima, 9.12.1648 - 5.11.1649
ARA 1.04.21, NFJ 63  dagregister Deshima, 5.11.1649 - 25.10.1650
ARA 1.04.21, NFJ 64  dagregister Deshima, 25.10.1650 - 1.11.1651
ARA 1.04.21, NFJ 65  dagregister Deshima, 5.11.1651 - 3.11.1652
ARA 1.04.21, NFJ 66  dagregister Deshima, 4.11.1652 - 10.11.1653
ARA 1.04.21, NFJ 67  dagregister Deshima, 10.11.1653 - 31.10.1654
ARA 1.04.21, NFJ 68  dagregister Deshima, 31.10.1654 - 23.10.1655
ARA 1.04.21, NFJ 69  dagregister Deshima, 23.10.1655 - 1.11.1656
ARA 1.04.21, NFJ 70  dagregister Deshima, 2.11.1656 - 26.10.1657
ARA 1.04.21, NFJ 71  dagregister Deshima, 27.10.1657 - 23.10.1658
ARA 1.04.21, NFJ 72  dagregister Deshima, 23.10.1658 - 3.11.1659
ARA 1.04.21, NFJ 73  dagregister Deshima, 4.11.1659 - 26.10.1660
ARA 1.04.21, NFJ 74  dagregister Deshima, 26.10.1660 - 11.11.1661
ARA 1.04.21, NFJ 76  dagregister Deshima, 6.11.1662 - 20.10.1663
ARA 1.04.21, NFJ 77  dagregister Deshima, 19.10.1663 - 6.11.1664
ARA 1.04.21, NFJ 78  dagregister Deshima, 7.11.1664 - 27.10.1665
ARA 1.04.21, NFJ 79  dagregister Deshima, 28.10.1665 - 18.10.1666
ARA 1.04.21, NFJ 80  dagregister Deshima, 18.10.1666 - 6.11.1667
ARA 1.04.21, NFJ 81 dagregister Deshima, 6.11.1667 - 25.10.1668
ARA 1.04.21, NFJ 484 (Brief von Anthonio van Brouckhorst an Willem van Gageldonck u.a., Edo 21.1.1650; Brief von Brouckhorst an Gageldonck u.a., Edo, 23.3.1650; Brief von Brouckhorst an Willem Bijlevelt, Nagasaki 11.7.1650; Brief von Brouckhorst an Willem Bijlevelt, Nagasaki, 3.8.1650; Brief von Brouckhorst an Willem Bijlevelt, Nagasaki, 7.10.1650; Brief von Brouckhorst u.a. an C. van der Lijn, Nagasaki, 10.10.1650; Brief von Brouckhorst u.a. an Volcker Westerholf, Nagasaki 10.10.1650)
ARA 1.04.21, NFJ 283 (Brief von Willem Bijlevelt an Anthonio van Brouckhorst, Edo, 27.7.1650; Brief von Bijlevelt an Brouckhorst, Edo, 7.6.1650; Brief von Bijlevelt an Brouckhorst, Edo, 4.9.1650)
ARA 1.04.21, NFJ 484 (Brief von Pieter Sterthemius an Willem Bijlevelt u.a., Edo, 5.2.1651)
ARA 1.04.21, NFJ 1168(Spezifikation aller Ausgaben während der Reise nach Edo vom 25.11.1649 bis 22.5.1650 für Andries Frisius und Anthonio van Brouckhorst )
ARA 1.04.21, NFJ 1168(Spezifikation aller Ausgaben von Willem Bijlevelt, Jeuriaen Schedel, Caspar Schamberger und Jan Smid während des Aufenthaltes in Edo und der Rückreise nach Nagasaki vom 16.4.1650 bis 14.11.1650) (23 S. )
ARA 1.04.02,VOC 1176 (Bl. 585 - 639: Tagebuch des Gesandten Andries Frisius, 28.7.1649 - 17.11.1650)

 

 

Anmerkungen

[1]    Michel (1991a), Michel (1992), Michel (1993a)
[2]   Sekiba (1933); Koga (1942), (1966/68); Sôda (1980), (1989)
[3]   Während seines späteren Aufenthaltes in Edo forderte er einige Bücher aus Nagasaki an. ARA 1.04.02, NFJ 283 (Brief vom 27.6.1650)
[4]   Baba Saburôzaemon Toshishige (馬場三郎左衛門利重
[5]   Inomata Dembei/Dembê/Denbei(猪俣伝兵衛)
[6]   Namura Hachizaemon(名村八左衛門)
[7]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 7.11.1649: "quamen de tolcken Dimbe ende Fatsezeijmon beneffens vier rappados in ons logiement, soo voorgaven door den Gouverneur Sabroseijmondo gesonden, die liet versoecken gemelte geschooren inde churigie dagelijcx te leren behulpsaem wilden wesen, dat sijn Edtgaren toestonden, dierhalven geseijde discipulen in onsen mrs presentie recommandeerde.”
[8]   SSL Nr. 19803, Lebenslauf (S. 71f.)
[9]   ARA 1.04.02 VOC 1176, Bl, 585 - 639 sowie ARA 1.04.21, NFJ 63
[10]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 21.1.1650
[11]   kômô igaku 紅毛医学
[12]   rôjû 老中
[13]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 27.1.1650, 9.2.1650
[14]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 22.1.1650, 26.1.1650
[15]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 6.2.1650.
[16]   ARA 1.04.02, VOC 1176, 6.2.1650: "Des Naermiddaghs quam den Secretaris van gemelte Hr den E: Brouckhorst besoecken, doch was merendeel om door den Mr Chirurgijn naer een accident dat aenden arm hadt te laten sien.”
[17]   Inaba Masanori, Mino-no-kami (稲葉美濃守正重)
[18]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 10.2.1650: "in den avond liet den Raadsherr Inaba Minosamme Heer van Odouwra den chirurgijn in't fort ontbidden om naar een accident te zien dat in den erm hadde die op stond derwaarts sonden”. Frisius erwähnte diesen Vorgang nicht.
[19]   nagasaki-ya 長崎屋
[20]   阿蘭陀外科医方秘伝(Privatbesitz Satô Fumiko, Tôkyô). Andere Teile dieses Manuskriptes wurden erstmals vorgestellt durch Sôda (1980), (1989). Für die Überlassung einer Kopie bin ich Sôda Hajime überaus zu Dank verpflichtet.
[21]   ホッス < ndl. vos
[22]   Oranda geka ihô hiden (S.77)
[23]   Leinsamen
[24]   Bockshornsamen
[25]   Eibischwurzel
[26]   Althaea rosea Cav. ()
[27]   Schweinefett
[28]   frische Butter
[29]   Wachs
[30]   ARA 1.04.21, NFJ 71: 17.11.1657
[31]   吉永升庵
[32]   「加須波留秘方」, Bibliothek Narita, Narita (Sign. −7580−7)
[33]   ibid. Bl. 29b:
一 直伝吉升庵 相州稲葉美濃守殿御抱在江戸
子 吉永升選 阿蘭陀ニ付テ筑前ニ下向
[34]   ARA 1.04.21, NFJ 79: 8.1.1666
[35]   吉永升哲
[36]   ARA 1.04.21, NFJ 79: 9.5.1666; NFJ 80: 5.4.1667
[37]   吉永升庵伝吉永升雲「阿蘭陀外科正伝」 (Fujikawa Collection, Kyôto Universität)
[38]   水戸中納言
[39]   徳川頼房 (1603-1661)
[40]   koshô小姓
[41]   Dillöl
[42]   inondo < spanisch eneldo, d.h. Dill (Anethum graveolens)
[43]   Mit diesem volkstümlichen Namen, wörtlich etwa 'Heide-Chrysantheme', bezeichnete man die verschiedensten Aster- und Chrysanthemenarten. Vom Aussehen her ähneln sie in der Tat ein wenig der europäischen Kamille, die es in Japan nicht gab.
[44]   unklar, in Glossarmanuskripten des 17. Jahrhunderts meist erklärt als タブノミ油.
[45]   Flos Caryophylli, Gewürznelken
[46]   Bernsteinöl
[47]   Wacholderöl
[48]   Steinkleepflaster
[49]   Sandelpflaster
[50]   Schleimpflaster
[51]   Papierbeschädigung, Bedeutung unklar
[52]   Oranda geka ihô hiden (S. 75 / 76)
[53]   Inoue Masashige, Chikugo-no-kami (井上筑後守政重
Schambergers Besuche sind nachweisbar für den 17.3. 1650 (ARA 1.04.02, NFJ 63)
[54]   Chikugo-dono 筑後殿
[55]   Diese Titel hatten nichts mit dem tatsächlichen Lehnsbesitz zu tun.
[56]   s. Hasegawa (1969), (1979); Nagazumi (1975)
[57]   "Gin'emon”(源右衛門?), s.z.B. ARA 1.04.212, NFJ 66: 16.1.1653; NFJ 69: 8.2.1656, 21.2.1656.
[58]   ARA 1.04.21, NFJ 62:13.1.1652 oder 30.1.1652
[59]   zu den Leiden Inoues siehe z.B. ARA 1.04.21, NFJ 67:17.2.1654, 10.3.1654; NFJ 68: 3.2.1655,
[60]   ARA 1.04.21, NFJ 66: 29.1.1653, NFJ 69: 12.11.1655: "tosacko” (japanische Schreibung 藤作)
[61]   Fuchsöl
[62]   Lorbeeröl
[63]   Altheenpflaster, Ibischpflaster
[64]   Schleimpflaster
[65]   Oranda geka ihô hiden (S. 78 / 79)
[66]   ARA 1.04.21, NFJ 65, 24.5.1652: "Eijsch van diversche Rariteijten ende goederen door den groot Commissaris Ÿnoije tzickingodonne op 26e. Februarij 1652 voor sijn keijserlijcke maijtt. van Japan in Jedo voor hem selfs ende voor verscheijde japanse groote Heeren”
[67]   ARA 1.04.21, NFJ 65: 24.5.1652: "Dese narvolgende voor 't zickingodonne boose ofte japansche meester
2. cattij mastix 2. cattij Radix gentiane
10. do therebentijn 1. cattij Colophonia
1. do boomtjes holwortel 1. cattij radicx consolida
1. do roode Roosen 1. pl swaerte Cantharides
5. do bolus Armenus 1. cattij Flor. melliloten
2. pl swaarte saffraen 10. pl swaerte olije van nagelen
2. cattij gom. ammoniacum 3. pl amandel olij soet en bitter
1. do gom. galbanum 2. pl olij van vitriol
2. do gom. Opoponax 2. cattijs Ossensmeer
1. do Aloes hepatica 10. cattij olij van Olijven”
[68]   ARA 1.04.21, NFJ 66: 29.1.1653
[69]   ARA 1.04.21, NFJ 69:12.11.1655
[70]   ARA 1.04.21, NFJ 1168, 13.4.1650; auch in 1.04.02, VOC 1176, Bl. 573
[71]   ARA 1.04.02 VOC 1175 (Liste der qualifizierten Diener der Kompanie zum Stichtag des 20.1.1651)
[72]   Saku'emon (作右衛門?)
[73]   ARA 1.04.02, VOC 1176, Bl. 574
[74]   ARA 1.04.21, NFJ 283 (Bijlevelt an Brouckhorst, Edo 7.6.1650)
[75]   Brouckhorst erhielt Anfang Oktober einen Auszug davon. ARA 1.04.02, NFJ 4.10.1650
[76]   ARA 1.04.21, NFJ 1168, editiert in Michel (1993a)
[77]   ARA 1.04.21, NFJ 1168: 30.4.1650
[78]   ARA 1.04.21, NFJ 1168: 31.5.1650, 30.6.1650, 31.7.1650, 318.1650, 30.9.1650, 14.10.1650
[79]   高島次郎兵衛
[80]   ARA 1.04.21, NFJ 283 (Bijlevelt an Brouckhorst, Edo 7.6.1650): "Eenige medicamenten gelijck bij dit inleggende memoritie [x] tezien, heeft den Chirurgijn (die dagelijcks verscheijde grooten ende cleijnen gaat genezen) zeer nodich van doen alzoo Zickingodo geen zoodanigen en heeft”
[81]   ARA 1.04.21, NFJ 283 (Bijlevelt an Brouckhorst, Edo 27.6.1650): "Alzoo zickingodo verstaan heeft den Chirurgijn welcken door zijn Edt ordre veel patienten te genezen dagelijcks onder handen krijcht, eenige medicamenten grotelijcx benodicht is belast mij zijn Edt op stondt een cleen letterken aen vE: ten dien eijnde te schrijven, dat hij over landt pr post wil zenden, omme des te spoediger weder boven te comen, derhalven verzoecke ons met denzelven naar luijdt dit inleggende memoriken vanden meester, zoo ras doenlijck te accomoderen, aengezien tot gerijff van verscheijden Grooten ten hoochsten vereijst werden; met den Nangasacquizen burgermeester Taccassima Zirobedo.”
[82]   ibid.: "bij gelegenheijdt zullen vE breder schrijven. den Mr eijst eenige medicijn boecken die nodich heeft, om Zickingodo daar eenige vragen uijt te boldoen.”
[83]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 10.7.1650
[84]   ARA 1.04.21, NFJ 484 (Brouckhorst an Bijlevelt, Nagasaki 11.7.1650)
[85]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 30.7.1650
[86]   ARA 1.04.21, NFJ 484 (Brouckhorst an Bijlevelt, Nagasaki 3.8.1650): "onderwijlen wanneerder van den tolck eenige verminckte ofte lamme mochte aengebracht werden, daar geen helpen aen en is cunnen door Mr Caspar met excuzen van niet geneselijck afgezeijdt werden, het het ezeltien is onbeleeft, ende zoeckt maar de rodomontade tespelen, gelijck altijdt gewoon is.”
[87]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 15.8.1650: "Op dato bequamen oock een brieffken van den Coopman Bijlvelt darinne weder medicamenten eijst sijnde de gesondene doort onvoorsichtig dragen de flesjens met olien meest in stucken gebroocken”
[88]   ARA 1.04.21, NFJ 283 (Bijlevelt an Brouckhorst, Edo 4.9.1650)
[89]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 24.9.1650
[90]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 4.10.1650
[91]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 7.10.1650
[92]   3 x 8,5 Liter
[93]   Gewürznelken der besten Qualitätsstufe
[94]   indisches Baumwollgewebe in Leinwandbindung
[95]   ARA 1.04.21, NFJ 1168, 14.10.1650: aen de volgende droguen als andersints door den chirurgijn in 't bereijden sommiger medicijnen tot gerijf van de gerecomandeerde patienten gedurende on aan wesen in Jedo verbruijcken, namentlijck
voor droge kruijden, worttels ende zaadenTh:   2. 6. 7.
3 gantangh liqueren arack"  -. 7. -.
grioeffel nagelen"  -. 3. -.
wit ende geel wacx"  1. 5. -.
quick silver"  -. 7. 5.
swavel ende lootwit"   -. 2. 9.
walvis been"  -. 3. 1.
31/2 @ lijwaat tot pleijsters ende windels"  1. 5. 2.
eenige aerde flessen, kopiens, pottjens ende vuijsters  " 1.4. 4.
1 keteltje ende 1 sits"  -. 3. 1.
                 9.7.9.
[96]   ibid.
[97]   ARA 1.04.21, NFJ 43, 14.11.1650
[98]   ARA 1.04.21, NFJ 65, 24.5.1652: "4. stucx gemaeckte ijsere handen met schroeven, ende door cust als natuurelle gemaeckt, daermen een houwer om te vechten ende een penne om te schrijven kan in stellen ende gebruijcken sijnde 2. rechter ende 2. slinncker handen, ende het een paer costellijcker ofte curieuser als het ander
2. stucx gelijck gemaeckte beenen, om als vooren bij verlies vande naturelle coste eer uijt curieusheijt te gebruijcken”
[99]   ARA 1.04.21, NFJ 65, 24.5.1652: "Een boeck tracteerende vande ontledingh der menschen met de Figuren daerinne gestelt inde portugeesz tale
Eeen kruijdt boeck daer de Figuren na 't leven affgeset sijn oock inde Portugesz tale”
[100]   ARA 1.04.21, NFJ 66, 10.11.1650
[101]   ARA 1.04.21, NFJ 67, 14.11.1653: "Op den avont liet Mangobe sich hier weder vinden, om voor meergenoemden Gouverneur int Japans te stellen de descriptien eeniger gecomponeerde medicamenten namentlijck sachte salven en plaasters waer toe onsen Chirurgijn geroepen wesende, begonne hem een weinigh van lichtte dos (de minste en hier becomelijckste Jngredienten hebbende) uijt d'Amsterdamse Pharmacopoea voor te spellen: waer in hij te veel moeijlijckht vindende, een uijtscheijt maeckte, seggende dit dogh nu ten ovloet soude wesen, aengesien na desen in Jedo nochmaels te geschieden stondt"
[102]   Dieser Punkt soll an anderer Stelle ausführlich behandelt werden.
[103]   Arnold (1672), S. 344
[104]   s. Hasegawa (1969), (1979); Nagazumi (1975)
[105]   ARA 1.04.21, NFJ 764 (Faktur Casteel Batavia vom 13.6.1640)
[106]   Ankunft 24.8.1642; ARA 1.04.21, NFJ 766 (Faktur Casteel Batavia vom 28.6.1642 für das Schiff de Paeuw)
[107]   ARA 1.04.21, NFJ 768 (Faktur Casteel Batavia vom 1.6.1644 für das Schiff Castricum)
[108]   ARA 1.04.21, NFJ 769 (Faktur Casteel Batavia vom 3.6.1645 für das Schiff Henriette Louisa)
[109]   < port. piedra del puerco, Konkregation des Stachelschweins, galt als schweiß- und gifttreibend
[110]   ARA 1.04.21, NFJ 770 (Faktur Casteel Batavia vom 18.6.1646 für das Schiff de Zeeros): "1 kofferken met ijsere banden daerinne alderhande chijrugijns gereetschap ende ander cleenicheden van silver, silver vergult ende ijser volgens d' inleggende memorie    950._._
1 swart ebbenhout Casken offte cabinetjen van binnen met een apoteeck van Coper vergult, verciert met verscheijde uittreckende laatjes  195._._
1 Casken met verscheijde Medicamenten geteeckent C zijnde gecomponeerde ende simpele drogen bestaande meest in eenige costelijcke gedisteleerde olijen, conserven, balsemen pleijsters ende diergelijcke nevens een Jnstructie hoemen de zelve gebruijcken zal ende totwaat accidenten dienstulick zijnd waer uijt 't boven verhaalde cabinetje versien can werden tzij door ul__ offte de Japanders zelffs, naer dat het hun aengenaemst geoordeelt werden sal, costen 170._._
[...]
64 besaarsteen in handen van Sr Willem verstegen wegen 4 1/4 ra swaer a 12. rl swaerte 130.1._
1 P: pedra porce als vooren weeght 1 Reael swaer ongetaxeert”
[111]   ARA 1.04.21, NFJ 771 (Faktur Casteel Batavia vom 11.7.1647 für das Schiff Jongen Prins):
7 1/4 amandelen en andere gecomponeerde olijen in een Casten geteecken B.
2 1/4 lb. olij van sorte amandelen in eersteere harz a 16 stfs 't lb. 2._._
2 1/4 lb. olij van bittere dos als voorsz a 16 stfs 't lb. 1.16._
2 1/4 lb. gecomponeerd olij tot zeere ooren zijnde goet voor prijne inde zelve, oock twannen de ooren sweren soo twerdense daer door genijwert latende 2 a 3 droppels daer in vallen dan stopt men daer bij wat kattoen met dese olij vet gemaaken 5.8._
6 lb. wormkruijt gevuld in 3 glase vlessen in een casken gemeckt C. voor Sickingode a 16 stfs 't lb. geeijst a 12 stfrs 't lb. 21.12._
[...]
Een Casjen gemerckt A daerinne
11 Lansetten voor den Comisss Sickingodo daer van 10 gemaakt nade modellen van daer ontsanghen ende hier nevens te rugh gaande mitsgaders 1 plat geslepen lancet sonder rugh omt zich hoedat gehaeght a fl 2.10 ijdr    27.10._
[112]   foeli (ndl.), maccis (lat.): Muskatblüte, als Gewürz genutzt
[113]   ARA 1.04.21, NFJ 772 (Faktur Casteel Batavia vom 14. Juli 1648):
[x] Cattij goeden amphioen a 5 gl t cattij     25._._
5 cattij borneese Camphor a 12: Pl t Cattij     153._._
7 blecke verrekijckers te weten 1 groote 2 middelbare ende 4 cleene    5.8._
10 lb foelij ofte macis
2 Riem schrijff pampier 300 schafften
4 pennemessen ende 5 lb segellack
3 leggers goede spaense wijn
1 vath vlees
1 do speck
1/2 legger asijn [...]
4 vatiens met gebrande wataren No 1.2.3.4 voorden opper Chirurgijn deses casteels gedistileert getaxeert ob  Ra150._._
Jtem een grote kist ende een kleene mitsgaders een doose met medicament voor den Commiesaris 't Sickingodo ende den secretaris vanden Gouverneur jn Nangasacqui als andere geeist tsamen gewaerdeert op    100._._
[114]   ARA 1.04.21, NFJ ___1.12.1648
[115]   ARA 1.04.21, NFJ 773 Faktur Casteel Batavia vom 27.7.1649 für das Schiff Robijn)
[116]   ARA 1.04.21, NFJ 773 (Faktur Casteel Batavia vom 27.7.1649 für das Schiff Robijn)
[117]   
[118]   zu Kawaguchi Ryôan siehe Kawashima(1989)
[120]   ARA 1.04.21, NFJ 1168, Bl. 10b, 12b
[121]   ARA 1.04.21, NFJ 63: 6.11.1650
[122]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 14.11.1650
[123]   ARA 1.04.21, NFJ 31, S. 38 (Instruktion von A. Brouckhorst für seinen Nachfolger P. Sterthemius)
[124]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 5.1.1651
[125]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 6.1.1651
[126]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 8.1.1651
[127]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 9.1.1651
[128]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 15.1.1651
[129]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 29.1.1651
[130]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 19.2.1651
[131]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 6.3.1651
[132]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 1.4.1651
[133]   ARA 1.04.21, NFJ 776 (Faktur Casteel Batavia vom 11.7.1652 für das Schiff de Smiet):
"Een Case No 72 darijnne
1 Cattij Momie voor de kinderen van den overleden Hr van Ouwarij    3._._
2. chirurgijns verbind doosen mit coper beslagh met hun vlijmen en gereetschap voorder Commmissaris Sickingodo 19._._
[...]
Een Herbarius van dodoneus affesete voor d' Ho   Sickingodonne  120._._
Een Historie Naturalis voor Jdem52._._”
[134]   als Heilmittel verwendet
[135]   ARA 1.04.21, NFJ 851: 4.11.1652
[136]   ARA 1.04.21, NFJ 851: 9.8.1652
Een groote kist met diversse medicamenten en droguen, expres uyt Nederlandt vor Japan gesonden, compt te costen   320.18.-
Een Cassen daerin
2 lb Olium Vitrioly, 2 lb Olium Sulpheris, 2 lb Olium Succeny, 2lb Spitirus Vitrioly, 6 lb Semen Anisy, 6 lb Semen Cominy, 3 lb Radix Tredis, 1 lb Crocus Orentalis, 6 lb Radix Caliny, 2 lb Spiritus Sulphuris, 1 lb Unguentum Martiatum, 1 lb Unguentum nervinum kosten t'zamen 56.6.-
[137]   ARA 1.04.21, NFJ 851: 4.11.1652
"voor de monture desen navolgende medicamenten en confectien die inde Casse No 5 ons pr de fluyt de smiet van Bata toegesonden is synde gantsch bedorven ende partye uytgelecken ende te kort bevonden, namentl.
5 lb Thieriaces andromachi a 4 gl: t' lb 16.-.-
4 lb conserve van Roosen a 24 stuyvr: t' lb  4.16.-
4 lb potpuleum a 24 stuyvr:    t' lb 2.8.-
4 lb Lynzaet Olye a 4 stuyvr: t' lb   -.16.-
4 Oncen Ol: Carin. a 6gl: t' lb    1.10.-
3 Oncen Ol Foeniculi a 20 gl: t' lb2.5.-
4 lb Card. Benedictice waser a 4 stuyvr: t' lb    -.16.-”
[138]   ARA 1.04.21, NFJ 851: 1.11.1652
[139]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 2.6.1651
[140]   Koga (1972), S. 66-67
[141]   ARA 1.04.21, NFJ 70: 7.12.1656 und 13.12.1656
[142]   Den Namen des Barbiers für das Jahr 1656/57, der in allen mir bekannten Nachschlagewerken fehlt, fand ich in ARA 1.04.21, NFJ 31, S.155.
[143]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 3.8.1651
[144]   Unter den wenigen erhaltenen Schiffssoldbüchern der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts findet sich zufällig das des Koning van Polen, wo es für das Jahr 1651 heißt: "Hans Jacob mercklijn van Winsheijm opper chirurgijn int lant gecomen met de fluijt den Salm ao 1646 in do qualide voor: Camer Amsterdam”(ARA 1.04.13 Scheeps-Soldijboeken 5283, Bl. 19)
[145]   Arnold(1672), S. 342f.; Textauszug in Michel (1991b). Siehe auch Michel (1990).
[146]   Pech
[147]   Arnold (1672), S.343 f.
[148]   ARA 1.04.21,NFJ 65: 6.12.1651: "Na den middach quam den tolck Dimbe met een dienaar van Gouverneur Jaffoijesamma mij met een paar eijntvogels vereeren ten aensien vande vergunde licentie dat onsen chirurgijn een sijner Bonjoijsen die hem seer swaeren aen sijn been hadde verbrant, van sijn quetsure geneesen hadde, waer voort sijn E: belleeffdelijck lieten bedanken, ende voor een groote courtoisie van sijn E: aennamen.”
[149]   ARA 1.04.21, NFJ 64: 1.11.1651

 

 

要約

出島蘭館医カスパル・シャムベルゲルの日本滞在中の活動に関するこれまでの唯一 の手かかりであった商館長日記に現われる記述は極めて限定的なものであった。新たな資料の発見によると、より詳細な様子がうかがえる。上記の論文で利用された新文献の中で特筆すべきものは(a)江戸参府した特使フリーシウス一 行の出納簿(1649年11月25日−1650年4月16日)、(b)W.バイレヘルト、J.スヘデル、C.シャムベルゲル、J.スミトの出納簿(1650年4月16日−10月15日)、(c)商人バイレヘルトと商館長A.ブロウクホルストが交わした書簡(1650年4月−10月)、及び(d)バタヴィアを出航する日本行オランダ船の送り状である。

江戸滞在中の駕籠の利用日数などから見れば、シャムベルゲルは大目付井上筑後守政重の指示により数多くの患者の治療に当たっていた。手持ちの薬、包帯などは早くも底をついたので、大目付の屋敷にある薬を用いたり、江戸で医薬品を購入したりすることになった。入手できない物は出島蘭館から取り寄せた。又、井上の質問に対し的確に答えられるように、商館長ブロウクホルストから医学書を送ってもらったことも注目に値する。

シャムベルゲルによる治療の具体的な例3件が「阿蘭陀外科医方秘伝」に載っている。筋の痛みに悩む老中稲葉美濃守正重は西洋医学への興味を持つようになり、以後長年に亙って医薬品などを注文し、出島蘭館医に侍医の外科教育を依頼することになった。同様にシャムベルゲルの治療を受けた大目付井上の侍医はオランダ商館長日記に「トーサク」として時々現われる。彼による医薬品の注文などから判断すれば、「藤作」は短期的に相当な西洋外科学の知識を身に付け、シャムベルゲルに学んだ「弟子」の一 人である。

最後に、1641年から1649年の間に来日したオランダ船の送り状をもとに、井上が管理した「阿蘭陀」の医療品の規模と内容を論じる。

 

 

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