Wolfgang Michel: Neue Materialien zum medizinischen Personal der VOC-Niederlassung in Japan. Gengobunka Ronkyû - Studies in Language and Literature, No.10 (Kyushu University, Fukoka), 1999, pp. 179-194.

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Wolfgang Michel

Neue Materialien zum medizinischen Personal der VOC-Niederlassung in Japan


Im Zusammenhang mit den Leitern und Chirurgen der japanischen Niederlassungen der niederländischen Ostindischen Kompanie (VOC) gibt es bereits eine nützliche Liste im japanischen »Lexikon der Weststudien« (Yôgakushi jiten), das mehrere, vorangegangene Einzelstudien zusammenfaßt, aber keinerlei Angaben macht, woher die einzelnen Informationen stammen.[2] Während die Aufstellung der Faktoreileiter in den Tagebüchern der Faktoreien Hirado und Deshima leicht verifizierbar ist, wünscht man sich zu den Chirurgen jedoch die Nachweise, da diese wegen ihrer niedrigen Stellung nur selten namentlich erwähnt und zudem vielerlei Fragen und Lücken offen geblieben sind.

Im Laufe diverser Recherchen des Verfassers kamen während der vergangenen Jahre eher zufällig neue Personen und Materialien zum Vorschein, die nachfolgend vorgestellt werden. Erstmals wurde deutlich, daß es auf Deshima auch einen "Unterchirurgen” (onderchirurgijn) gab. Er wurde offenbar als Stellvertreter des Oberchirurgen benötigt, der wegen der alljährlichen Hofreise des Faktoreileiters für etwa drei Monate abwesend war. Die Belege für die in der nachfolgenden Tabelle mit einem Sternchen gekennzeichneten neuen Funde stammen zum größten Teil nicht aus den Tagebüchern des Kontors, sondern aus den im Falle des 17. Jahrhunderts leider nur spärlich überlieferten Briefen, Übergabepapieren und Aufzeichnungen anläßlich der Verlängerung von Dienstverträgen.[3]


Faktoreileiter Dienstzeit des Faktoreileiters Medizinisches Personal der Faktorei Deshima
Jacques Specx 20.9.1609 - 28.8.1612
Hendrick Brouwer 28.8.1612 - 6.8.1614
Jacques Specx 6.8.1614 - 29.10.1621
Leonardt Camps 29.10.1621 - 21.11.1623
Cornelisz. van N[e]ijenro[o]de 21.11.1623 - 31.1.1633 Carel Lourensz[oon] (seit 1630)*
Pieter Stamper (1631)*
Pieter van Sante[n] 31.1.1633 - 6.9.1633 Carel Lourensz.
Nicolaes Couckebacker 6.9.1633 - 3.2.1639 Carel Lourensz. (bis 1635)
Maerten Wesselingh (1635, 1636, 1637)*
François Caron 3.2.1639 - 13.2.1641 Hans Pauts (Pautz / Pautsch)
Jürgen / Juriaen Henselingh
Maximiliaen Le Maire 14.2.1641 - 30.10.1641 Juriaen Henselingh (Hense[r]ling)
Jan van Elseracq 1.11.1641 - 29.10.1642 Juriaen Henselingh
Pieter Anthonijsz. Overtwater 29.10.1642 - 1.8.1643 Juriaen Henselingh
Cornelisz. Stevensz[oon]*
Jan van Elseracq 1.8.1643 - 24.11.1644 Juriaen Henselingh
Cornelisz. Stevensz.
Pieter Anthonijsz.Overtwater 24.11.1644 - 30.11.1645 Cornelisz. Stevensz.
Reijnjer van 'tZum 30.11.1645 - 27.10.1646 Karl / Carel Kempf*
Willem Verstegen / Versteijen 28.10.164 - 10.10.1647 Mathijs Crousen[4]
Jacob van Gessel*
Frederick Coijet 3.11.1647 - 9.12.1648 (?) [5]
Dircq Snoecq 9.12.1648 - 5.11.1649 (?) [6]
Anthonio van Brouckhorst 5.11.1649 - 25.10.1650 Caspar Schamberger[7]
Pieter Sterthemius 25.10.1650 - 3.11.1651 Caspar Schamberger
Adriaen van der Burgh 1.11.1651 - 3.11.1652 Johannes Wunsch*
Frederick Coijet 4.11.1652 - 10.11.1653 Johannes /Jan Stipel*
Gabriel Happart 4.11.1653 - 31.10.1654 Johannes / Jan Stipel
Leonard Winninx 31.10.1654 - 23.10.1655 Johannes Wunsch
Pieter Jacobsz[oon]*
Joan Boucheljon 23.10.1655 - 1.11.1656 Hans Jürgen / Juriaen Hancke*
Pieter Jacobsz.
Zacharias Wagener (Wagenaer) 1.11.1656 - 27.10.1657 Hans Juriaen Hancke
Pieter Jacobsz.
Joan Boucheljon 27.10.1657 - 23.10.1658 Steven / Stephan[us] de la Tombe (?)*
Pieter Jacobsz.
Zacharias Wagener 22.10.1658 - 4.11.1659 Stephan[us] de la Tombe
Pieter Jacobsz.
Joan Boucheljon 4.11.1659 - 26.10.1660 Stephan[us] de la Tombe
Pieter Jacobsz.
Hendrick Indijck 26.10.1660 - 21.11.1661 Herman[us] Katz[8]
Dirck van Lier 11.11.1661 - 6.11.1662 Herman Katz[9]
Palm (?)
Hendrick Indijck 6.11.1662 - 20.10.1663 Daniel Busch[10]
Abraham van Kerpen[11]
Willem Volger 20.10.1663 - 7.11.1664 Daniel Busch[12]
Herman[us] Visscher (Fischer ?)[13]
Jacob Gruijs 7.11.1664 - 27.10.1665 Daniel Busch[14]
Willem Volger 28.10.1665 - 27.10.1666 Johannes Wunsch (?)
Cornelisz. de Laber
Daniel Six / Sicx 18.10.1666 - 6.11.1667 A[e]rnou[d]t Dircksz[oon]*
Constantin Ranst 6.11.1667 - 25.10.1668 Arnout Dircksz.
Daniel Six 25.10.1668 - 14.10.1669 Arnout Dircksz. (9.1.1669†)
François de Haas 14.10.1669 - 2.11.1670 Moijses Maroon (1.1.1671†)*
Pieter van der Veste[n][15]
Godefried Haeck/Haak (Apotheker)*
Martinus Caesar 2.11.1670 - 12.11.1671 Moijses Maroon[16]
Pieter van der Veste[n]
Frans Braun (Apotheker)[17]
Johannes Camphuijs 22.10.1671 - 12.11.1672 Willem Hoffman*
Frans Braun[18]
Pieter van der Vesten (Assistent)
Martinus Caesar 13.11.1672 - 29.10.1673 Willem Hoffman[19]
Hans Schoonsoon (?)[20]
Frans Braun*
Johannes Camphuijs 29.10.1673 - 19.10.1674 Willem Hoffman[21]
Martinus Caesar 20.10.1674 - 7.11.1675 Willem Hoffman
Willem ten Rhijne[22]
Johannes Camphuijs 7.11.1675 - 27.10.1676 Willem Hoffman[23]
Willem ten Rhijne[24]
Dirck de Haas 27.10.1676 - 16.10.1677 Reinier Wier / Weijn (?)
Albert Brevincq 16.10.1677 - 4.11.1678 Reinier Wier / Weijn (?)
Dirck de Haas 4.11.1678 - 24.10.1679 Jacob Dijckhoff[25]
Albert Brevincq 24.10.1679 - 11.11.1680 Jan Bartelsz.(Jan Bartelsa Benedictus)*
Isaac van Schinne 11.11.1680 - 31.10.1681 Jan Bartelsz[oon]
Hendrick Canzius 31.10.1681 - 20.10.1682 Jan Bartelsz.
Andreas (Andries) Cleyer 20.10.1682 - 8.11.1683 Jan Bartelsz.
Constantin Ranst de Jonge 8.11.1683 - 28.10.1684 Hendrik Obé*
Hendrick van Buijtenhem 25.10.1684 - 7.10.1685 Hendrik Obé
Andreas Cleyer 17.10.1685 - 5.11.1686 Hendrik Obé
Albert Croon[26]
Constantin Ranst de Jonge 5.11.1686 - 25.10.1687 Jan Bartelsz.
Hendrick van Buijtenhem 25.10.1687 - 13.10.1688 Jan Bartelsz.
Cornelisz. van Outhoorn 13.10.1688 - 1.11.1689 Jan Bartelsz.
Balthasar Sweers 1.11.1689 - 21.10.1690 Jan Stockman[27]
Hendrick van Buijtenhem 21.10.1690 - 09.11.1691 Engelbert Kaempfer
Cornelis van Outhoorn 9.11.1691 - 29.10.1692 Engelbert Kaempfer
Hendrick van Buijtenhem 29.10.1692 - 19.10.1693 Dirk Beekman
Gerrit de Heere 19.10.1693 - 7.11.1694 Dirk Beekman
Hendrik Dijkman 7.11.1694 - 27.10.1695 Mathijs / Matheus Raquet
Cornelisz van Outhoorn 27.10.1695 - 15.10.1696 Mathijs / Matheus Raquet
Hendrik Dijkman 15.10.1696 - 3.11.1697 Mathijs / Matheus Raquet
Pieter de Vos 3.11.1697 - 23.10.1698 Mathijs / Matheus Raquet
Hendrik Dijkman 23.10.1698 - 12.10.1699 Willem Wagemans
Pieter de Vos 12.10.1699 - 31.10.1700 Jacobus Schoenmaker


Carel Lourensz[oon] war bislang aus einigen Schreiben der Jahre 1630 bis 1631 unter seinem Vornamen Carel bekannt. In einem Generalbrief (generale missive) vom 24. Dezember 1634 erscheint er erstmals mit vollem Namen.[28] 1632 hatte die Kompanie wegen eines japanisch-niederländischen Zwischenfalls ihren Gouverneur auf Formosa, Pieter Nuijts,[29] an die japanischen Behörden ausliefern müssen. Bis zur Entscheidung über das weitere Vorgehen wurde er mitsamt seinem Gefolge in der kleinen Stadt Ômura auf Kyûshû interniert. Dort zog sich sein Sohn eine von heftigen Durchfällen begleitete Krankheit zu, worüber der Faktoreileiter Cornelisz. Neijenroode in der etwa 80 Kilometer entfernten Faktorei Hirado brieflich unterrichtet wurde. Aus dessen Aufzeichnungen erkennen wir, daß unter der Entourage des Gouverneurs ein Barbier namens Carel Lourenszoon[30] war. Neijenroode zufolge kam dieser mit einer auf lateinisch verfaßten Aufzeichnung zu Medikamenten nicht zurecht. Auch wäre seiner Ansicht nach eine gut bestückte Apotheke besser als die Barbierkiste, die Carel mit sich führte. Man hätte, meinte der Faktoreileiter, die zur Therapie notwendigen Mittel bestellen sollen. Er ängstige sich, daß durch die Unverständigkeit des Barbiers nicht alles Nötige geschehe, und schicke fürs erste Wein, Mandeln, Rosinen, die er für dienlich erachte. Auf alle Fälle würde er einen erfahrenen Doktor mehr empfehlen als das, was man aus Hirado senden könne. Neijenroode schreibt weiter, daß japanischen Medikamente nicht so belastend wie die europäischen seien, weshalb er sie für den kleinen Nuijts empfehle. Für alle Fälle schicke er eine Dose mit Arzneimitteln, die im vergangenen Jahr für Meister Carel eingetroffen sei.[31]

Zu diesem Zeitpunkt hatte der arme Junge allerdings schon das Zeitliche gesegnet. Als Neijenroode davon erfuhr, griff er erneut zur Feder und führte in bewegenden Briefen an Kollegen und den Gouverneur von Taiwan heftige Klage, daß dieses arglose Kind im Gefängnis sterben mußte und man weder zugelassen hatte, daß Medikamente von Hirado geholte würden, noch die Leiche für einen ehrliches Begräbnis nach europäischer Art nach Hirado überführen wollte.[32] Der einfühlsame Neijenrode selbst starb übrigens nur wenige Jahre später auf Hirado am 31. Januar 1633

Der Dienstvertrag des Barbiers Carel Lourensz muß irgendwann in diesen Jahren ausgelaufen sein. Eine Erneuerung lehnte er ab, blieb aber in Japan. Doch 1636 schickte die Kompanie ihn und einen Ex-Steuermann aufgrund zwangsweise mit dem Schiff Grol nach Südostasien zurück. Dort sollten sie, so der Erlaß, in Batavia, Amboina oder Banda ihr Domizil nehmen oder aber nach Europa zurückkehren. Offenbar wollte man mögliche Belastungen der Beziehungen zu Japan vermeiden. Über den Abschiedsschmerz tröstete ihn ein hübscher Batzen japanischen Silbers im Werte von 500 Tael, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hatte.[33]

Pieter Stamper arbeitete eigentlich auf einem Schiff der Kompanie. Aus einem Brief vom März 1631 ergeht, daß der Fürst von Hirado, Matsuura Takanobu,[34] für den erkrankten Stadtgouverneur Edos, Shimada Toshimasa,[35] einen “erfahrenen Barbier” mit allerlei Medikamenten anforderte. Eigentlich wollte Neijenroode besagten Carel schicken, was eine Erlaubnis aus Edo voraussetzte.[36] Da die Zeit drängte, entschied man sich dann für Pieter Stamper von der Vreede (Friede). Stamper war dem Gouverneur von Nagasaki ein wenig bekannt und galt ihm als erfahrener Mann. Woran der Patient litt, macht die knappe schriftlichen Bitte nicht deutlich.[37] Sein Körper sei “voller Schuppen bzw. anderer böser Schwären", hieß es, und die japanischen Ärzte wüßten keinen Rat mehr.[38] So besprachen sich die Chirurgen aller in Hirado ankernden VOC-Schiffe und bereiteten in großer Eile geeignet scheinende Mittel zu.[39]

Die hehre Unternehmung hinterließ indes einen üblen Nachgeschmack. Ungeachtet strenger Ermahnungen fing Stamper unterwegs an zu trinken und wurde ziemlich aggressiv. Die vier Tael, die er erhalten hatte, falls ihm das japanische Essen auf den Magen schlage, fanden wohl eine andere Verwendung. In Miyako beging er dann gar einen Diebstahl. Er habe Schande auf die ganze Nation geladen, befand Neijenroode, und werde nach der Rückkehr gebührend bestraft.[40] Zum Glück waren die anfänglichen Berichte über Shimadas Krankheit ziemlich übertrieben, denn wer weiß, wie es mit dem chirurgischen Können dieses Alkoholikers stand

Maerten Wesselingh stammte aus Kopenhagen.[41] Er hatte offenbar die Aufmerksamkeit des Stadtvogts von Nagasaki, Suetsugu Shigefusa alias Heizô[42] erregt. Denn dieser schrieb in einem auf den 12. Januar 1637 datierten Brief an den batavischen Generalgouverneur van Diemen unter anderem, daß Wesselingh 1635 und 1636 nicht nur in den Nagasaki den Gouverneur Sakakibara Motonao[43] behandelt, sondern auch “mit großer Liebe und Emsigkeit” dessen Arzt “viele Dinge” gelehrt habe. Suetsugu hatte ihn ebenfalls wegen einer “lästigen Schwachheit” in Anspruch genommen und sich gar etwas Wein brennen lassen. Aus Sorge, daß besagte “Schwachheit" ihn erneut befallen könnte, bat er nun, daß man Wesselingh aufs Neue nach Japan senden möge.[44] Doch als der im Sommer 1637 eintraf, hatten die Patienten den Meister nicht mehr nötig,[45] und Wesselingh zog zur Festung Zeelandia nach Formosa. 1638 finden wir ihn im erst kurz zuvor von den Niederländern vereinnahmten Pimaba stationiert, im Februar noch als Chirurg,[46] im Mai jedoch bereits Unterkaufmann[47]. Im September 1641 wurde er in Tamakaloe umgebracht.[48]

Ein vager Beleg dafür, daß in diesen frühen Jahren gelegentlich medizinisches Wissen weitergegeben wurde, findet sich in einer alten japanische Handschrift. Dort heißt es zur Rezeptur eines Melilothenpflasters, sie sei am 8. April 1636 in Hirado vermittelt worden.[49]

Hans Pauts (wahrscheinlich eine niederländische Schreibung von "Pautz” oder “Pautsch”) hielt sich im Jahre 1639 für längere Zeit in Japan auf. Er stammte aus Oschersleben und war im Juli 1635 als Unterbarbier auf der Amboina in Batavia eingetroffen.[50] Da man 1639/40 in Hirado unter der Leitung des Ulmer Konstabels Hans Wolfgang Braun für den Shôgun Mörser und Granaten goß, und auch die Laffetten und anderen Zubehör anfertigte, war das Unfallrisiko in der Faktorei erheblich gestiegen. Gelegentlich zerplatzten gar, wie Braun in Edo am eigenen Leibe erfahren mußte, bei Gußfehlern die Mörser mitsamt der Ladung in tausend Stücke.[51] Pauts habe unter anderem, schrieb Caron am Neujahrstag 1640, die im Auftrag des Kaisers zur Beaufsichtigung der Arbeiten entsandten Beamten zufriedenstellend versorgt. Als seine Dienstverpflichtung ablief, dachte er indes an die Heimreise. Um besagte Beamte nicht zu verärgern, und weil man ihn benötigte, erhöhte Caron rückwirkend vom 26. Juli 1639 an den Monatssold auf 40 Gulden und ernannte ihn zum Oberbarbier, verbunden mit der Verpflichtung, drei weitere Jahre in Ostindien zu dienen.[52] Da die Arbeiten in der Gießerei und das Einrichten der Waffen noch viele Monate dauerten, erstreckte sich Pautsens Aufenthalt in Hirado mindestens vom Sommer 1639 bis zum Herbst 1640

Juriaen Henselingh (Henseling oder Henserling) war der erste Chirurg in der Faktorei Deshima. Im Oktober 1641 ergingen an den neuen Leiter der Niederlassung Deshima, Maximiliaen Le Maire, allerlei japanische Anweisungen, darunter einige zur künftigen Gestaltung der Hofreisen. Unter anderem lesen wir, daß auf Verlangen des Großinspekteurs Inoue Chikugo-no-kami[53] und des Nagasaki-Gouverneurs der Chirurg Juriaen Henselingh zwecks chirurgischer Instruktionen im Lande bleiben solle.[54]

Bei diesem Henselingh handelt es sich um einen Deutschen aus Marburg, d.h. daß er sich selbst wahrscheinlich Henserling oder Henzerling schrieb. Er war mit einem Monatssold von 25 Gulden auf der Amelia als Oberchirurg am 17. Oktober 1638 in Batavia angekommen.[55] Als sein erster Vertrag im Oktober 1641 auslief, blieb er weiter in Japan. Am 30.9.1642 erhöhte der Faktoreileiter Jan van Elseracq unter Hinweis auf die “große Zufriedenheit verschiedener japanischer Herren” seinen Sold auf 40 Gulden.[56] Dies waren vor allem der Großinspekteur Inoue und die beiden Nagasaki-Gouverneure Baba Saburôzaemon und Tsuge Hiroemon,[57] wie wir aus der Notiz vom 17. Oktober 1642 zum Abschluß eines erneuten Dienstvertrages erfahren.[58] Im Frühjahr 1642 begleitete er den Leiter der Faktorei Deshima auf der Reise nach Edo.[59]

Im Herbst 1642 sollte er einer japanischen Quelle zufolge Naitô Sôin[60] unterrichten, den Leibarzt des Hauses Hosogawa im Fürstentum Higo.[61] Henselingh war einer Abrechnung zufolge 1643 wiederum in Edo.[62] Zwar sollte Henselingh auch an der nächsten Hofreise teilnehmen,[63] doch traf kurz darauf Cornelisz Stevenszoon ein.[64] Da dieser als Oberchirurg zu einer Gruppe gehörte, der man wegen der besonderen Belastung durch die Hofreise eine Zulage (“Soulagiement”) zahlte,[65] wurde Henselingh wohl anderweitig eingesetzt. Ein Jahr später weilte er erneut auf Deshima und machte sich als Bote und Gehilfe des Kontorleiters[66] sowie als Oberbarbier auf der Hofreise verdient.[67] Leider erlauben die Unterlagen keinerlei Rückschlüsse auf Einzelheiten seiner chirurgischen Aktivitäten.

Cornelisz. Stevensz[oon] aus Middelburgh kam für 18 Gulden monatlich am 7. Juli 1636 auf der Oostkapelle als Unterbarbier in Batavia an. Auf Anordnung des Generalgouverneurs stieg er unter Verdopplung des Solds zum Barbier auf.[68] Spätesten im Herbst 1642 muß er in Japan gewesen sein, denn unter den Rechnungspapieren von Ende jenes Jahres finden wir ihn als Empfänger einer Sonderzulage von 17 Thael erwähnt.[69] Im September 1643 wird er im Testament des Bootsmanns Hicke Esser als einer der Erben genannt.[70] Während sein Vorgesetzter, der Oberchirurg Henselingh 1643/44 nach Edo zog, blieb Stevensz. auf Deshima zurück.[71] Anläßlich der Vertragverlängerung von 6. Oktober 1644 wurde er zum Oberchirurgen mit 44 Gulden Sold befördert. Dabei wies sein Vorgesetzter Elseracq auf seinen Eifer als Aufpasser über die beiden Packhäuser (Speicher) hin.[72] Zwei Tage darauf erscheint er namentlich im Tagebuch der Faktorei.[73] Auch er erhielt für die Teilnahme an der Hofreise Ende jenes Jahres eine Zulage von 17 Thael.[74] Im Herbst 1645 verließ er Japan, 1646 tat er auf der “Koning van Polen” Dienst.[75]

Karl Kempf (“Carel Kempf”) kam am 23.11.1617 als Sohn des lutherischen “Marschalls"[76] Hans Kempf und seiner Gattin Margarethe in Landau (Pfalz) zur Welt. Er stammte aus einer wohlsituierten Familie der Stadt, und man fragt sich, was ihn wohl als Barbierchirurg in den Fernen Osten trieb. Wahrscheinlich hatte er seinen Dienst in Japan unter Reijnjer van t'Zum Ende November 1645 begonnen, denn im Januar 1646 erhielt er für die Reise nach Edo einen Zuschlag von 18 Thael.[77] Unter den für den Shôgun mitgeführten Präsenten befanden sich diverse Arzneien, Balsam, Salben und einige Öle,[78] die Kempf wohl erklären mußte.

Jacob van Gessel aus Utrecht war für einen Monatsold von 10 Gulden als Soldat verpflichtet auf der Olifant (Elefant) Ende 1646 in Batavia eingetroffen. Es ist nicht klar, seit wann er auf Deshima Dienst als provisorischer Unterchirurg tat. Wegen seines reichen Wissens und seiner Erfahrungen ernannte ihn der Faktoreileiter Coijet am 9. November 1648 mit Rückwirkung ab 12. Januar des Vorjahres offiziell zum Unterchirurgen und stockte den Sold auf 18 Gulden auf. Zum Zeitpunkt der Beförderung befand er sich jedoch in Tonkin, so daß er wohl zwischen Nagasaki und Tonkin als Schiffschirurg tätig war.[79]

Johannes Wunsch, ein gebürtiger Erfurter, war als Unterchirurg mit einem Monatssold von 26 Gulden versehen auf der Koe (Kuh) am 30. Mai 1647 in Batavia eingetroffen. Anfangs arbeitete er im Krankenhaus der Festung, später auf verschiedenen Schiffen. Im Sommer 1651 kam er als Nachfolger Caspar Schambergers nach Japan. Da seine Verpflichtung zu jener Zeit auslief, wurde er am 6. Oktober für 30 Gulden als Oberchirurg erneut auf drei Jahre unter Vertrag genommen.[80] Sein Vorgesetzter Sterthemius erwähnt ihn im Tagebuch nur als "Chirurgijn",[81] der schwedische Hofmeister von Sterthemius, Oloff Willmann, nennt ihn in seinem Reisejournal hingegen beim Namen.[82] Wunsch verließ Japan im Herbst 1652, kam aber 1654 erneut nach Deshima und zog mit seinem Vorgesetzten ein zweites Mal nach Edo.[83]

Johannes (“Jan”) Stipel stammte aus Utrecht. Als er im November 1650 auf der Witten Olifant” (Weißer Elefant) als Unterchirurg in Batavia ankam, betrug sein Monatsgehalt 34 Gulden. Anfangs war er im Fort Henricus auf der südostasiatischen Insel Solor tätig.[84] Während seines ersten Jahres in Japan finden wir ihn im Tagebuch lediglich als “heelmeester”. Im zweiten Turnus erscheint er einmal als "chirurgijn Jan Stipel"[85] und ein weiteres Mal als “m[eeste]r Jan Stipel”. 1653 lief der erste Vertrag mit der Kompanie aus. Am 11. Oktober 1654 wurde er wegen seiner Leistungen auf der letzten Hofreise nach Edo erneut als Oberchirurg bestätigt, hinsichtlich des Gehalts und der Vertragsdauer legte man sich jedoch nicht fest.[86] Da er im folgenden Frühjahr noch mit auf die Reise nach Edo ging, verließ er Japan vermutlich im Spätherbst 1654

Pieter Jacobsz[oon] aus Middelburgh kam als Unterchirurg mit 12 Gulden Sold am 10. Mai 1651 auf der Taijouan in Batavia an. Spätestens im Sommer 1654 muß er in Japan gewesen sein. Da zum Zeitpunkt des Vertragsablaufes auf Deshima ein Unterchirurg fehlte, wurde er am 11. Oktober 1654 vom Faktoreileiter Happart erneut auf drei Jahre verpflichtet und sein Sold auf 22 Gulden erhöht.[87]

Während der Oberchirurg 1655 nach Edo reiste, versorgte Jacobsz die Zurückgebliebenen auf Deshima.[88] Allerdings strebte er die in der Kompanie höher bewertete und chancenreiche kaufmännische Laufbahn an, weshalb er sich sehr um die Aufsicht über die Packhäuser bemühte. Am 27.Oktober 1657 wurde er von dem scheidenden Faktoreileiter Zacharias Wagener erneut zum gleichen Gehalt auf drei Jahre verpflichtet. Unter der Bedingung, daß er noch ein weiteres Jahr auf Deshima als Unterchirurg diene, versprach man ihm die Stelle eines (kaufmännischen) Assistenten ab 10. Mai 1658. Mindestens bis 1660 vertrat er die Oberchirurgen während derer Reisen nach Edo.[89]

Hans Jürgen (Juriaen) Hancke) aus Breslau kam 1647 in Batavia als Unterchirurg für 32 Gulden monatlich auf der Koe (Kuh) an. Als sein fünfjähriger Vertrag auslief, hatte er eigentlich jedes Jahr vor, nach Europa zurückzukehren, weshalb er vor termingebundenen Verträgen zurückscheute und auch nicht um Beförderung bat. In Japan tat er von 1655 bis 1657 Dienst.[90] Zu den Ereignissen in jenen Jahren liegen einige gesonderte Studien des Verfasser vor.[91] Hanckes Namen findet man auch in den Denckwürdige Gesandtschafften der Ost=Indischen Gesellschaft von Arnoldus Montanus.[92] Das Yôgakushi jiten (Lexikon der Weststudien) nennt für das Jahr 1656/57 als Chirurgen Abraham Weijns, doch dieser war Assistant, könnte allerdings nebenamtlich als Unterchirurg ausgeholfen haben.[93]

Steven / Stephan[us] de la Tombe stammte aus Schiedam. Er traf am 11. Juni 1655 als Oberchirurg auf der Bloemendaal (Blumental) in Batavia ein. Der Beginn seines Japanaufenthaltes ist nicht klar, doch da in einem am 10. Juni 1658 durch den Generalgouverneur Maetsuijcker unterschriebenen Vertrag u.a. die gute Beurteilung durch den Faktoreileiter des Vorjahres, Jan Bouchelion, erwähnt ist, dürfte er bereits vom Herbst 1657 auf Deshima gearbeitet haben. Die neue Verpflichtung galt für lief drei Jahre, der Sold wurde von 30 auf 45 Gulden angehobenen.[94] Leider findet man in Bouchelions Tagebuch keinerlei Hinweise auf ihn und seine Aktivitäten. 1660 zog “M[eeste]r Steven” nach Edo, und Pieter Jacobzs kümmerte sich um die Chirurgenstube (chirurgijns winckel) der Faktorei. Der in diesem Jahr vom Yôgakushi jiten als Chirurg genannte Cornelisz. Mulock erscheint in den Unterlagen nur als Unterkaufmann und “dispencier”.[95]

Arnout Dirksz[oon] aus Amsterdam erreichte Batavia im Jahre 1636 und arbeitete seit Oktober 1666 auf Deshima. Im Faktoreitagebuch findet sich sein Name in mehreren Variationen: Arnout Dirkse, Arnout Dirks, Aernoudt Dirksen.[96] Am 21. Januar 1668 stellte er dem japanischen Arzt Seo Shôtaku[97] ein berühmtes Ausbildungszeugnis aus, das heute in der Bibliothek der Kyôto-Universität liegt. Auf das gleiche Jahr ist ein weiteres, heute in Privatbesitz befindliches Zeugnis für Ôtagurô Gentan ausgestellt,[98] einem Arzt des Fürstenhauses Arima. Ohne ein Testament zu hinterlassen, starb er am 9.1.1669 an einer “auszehrenden” Krankheit[99] und wurde tags darauf von zwei Beamten des Nagasaki-Gouvernements auf dem "Friedhof der Niederländer jenseits der Bucht", d.h. am Berg Inasa, begraben.[100]

Moises Maroon arbeitete seit 1669 auf Deshima als Oberchirurg[101] und starb dort in der Nacht vom 1. zum 2. Januar 1671, nachdem er einige Monat krank und am Körper gelähmt war. Der Leichnam wurde ebenfall "auf der anderen Seite der Bucht” der Erde übergeben.[102]

Godfried Haeck (Haak), ein junger Apotheker vermutlich deutscher Abstammung,[103] kam 1670 für ein Jahr nach Japan.[104]

Frans Braun , ebenfalls Apotheker, stammte aus einer der fünf deutschen Städte Rothenburg.[105] Er traf 1671 als Nachfolger Haecks auf der Tulpenburgh in Nagsaki ein,[106] wo er ein Jahr Dienst tat.[107]

Willem Hofman  traf 1671 in Japan ein, wo er fünf Jahre lang als Oberchirurg wirkte.[108] Da er sich schon kurz nach der Ankunft während der Handelzeit auf Deshima intensiv um die Packhäuser gekümmert hatte, bat sein Vorgesetzter Camphuijs den Generalgouverneur in einem Schreiben vom 8. Januar 1672, ihn auch als Unterkaufmann einsetzen zu dürfen.[109] Ob dieser Bitte gleich entsprochen wurde, ist unklar, doch steht er im Tagebuch von 1676 als “onderkoopman Willem Hofman die ook met eenen den dienst van opper chirurgijn waarneemt”.[110] Wegen einer Erkankung konnte er in jenem Jahr nicht mit nach Edo reisen.[111] Am 17. Dezember 1673 stellte Hofman einem “doctor” des Großinspekteurs Inoue aus, nachdem dieser vom 26. Februar jenes Jahres an die Chirurgie und das Destillieren von Ölen erlernt hatte. Leider ist dieses Dokument heute verschollen.[112] Wegen diverser Mißverständnisse in der Literatur muß hier betont werden, daß der vom Oktober 1674 bis Oktober 1676 auf Deshima weilende Dr. Willem ten Rhijne nicht als Oberchirurg der Faktorei, sondern als gesondert entsandter Arzt nach Japan gekommen war.[113]

Hendrick Obé stammte aus den Neu-Niederlanden, womit wahrscheinlich das heutige New York gemeint ist. Er kam 1683 im Rang eines Oberchirurgen nach Japan und blieb im Herbst 1684 auf japanischen Wunsch ein weiteres Jahr auf Deshima.[114] Allerdings wurde er 1685 Unterkaufmann. Laut Kraft mußte er 1686 Japan verlassen. 1689 wurde er Gouverneur der Insel Semarang,[115] 1695 “Administrateur” von Japam und Oberkaufmann. Nachdem er am 25. Januar 1696 nach Batavia zurückgekehrt war, muß es auf Japam zu Problemen gekommen sein, denn am 1. März wurde er erneut dorthin entsandt. Doch nachdem er sich weigerte, diese Aufgabe zu übernehmen war seine Karriere am Ende. Im November zog er nach Europa zurück.[116] Obés Name findet sich im Tagebuch der Faktorei Deshima an mehreren Stellen.[117]

Jan Bartelsz[oon] nannte sich auch gerne “Jan Bartelsa Benedictus", was auf einen glücklichen Verlauf seines Lebens deutet. Das erste Mal kam er 1680 auf drei Jahre nach Japan, das zweite Mal von 1686 bis 1689. Unter den Chirurgen der Faktorei ist dies der längste Aufenthalt in Japan, und man wundert sich ein wenig, was ihn so lange in dieser streng überwachten und engen Niederlassung hielt.[118]

"Ihou” und “Taasu" [119] heißen zwei Chirurgen in einer japanischen Genealogie der Holland-Chirurgie aus dem Jahre 1716.[120] Dort findet man in chinesischen Schriftzeichen die Namen Caspar, Steven, Hans Juriaen, Hermanus und Arnout, die alle anhand der obigen Tabelle leicht zu identifizieren sind. Dies läßt vermuten, daß auch "Ihou” und “Taasu” in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Dienst auf Deshima taten. Gleiches gilt für einen Hans u (Hans),[121] den eine Genealogie der “Caspar-Chirurgie” (Kasuparu-ryû geka”) aus dem Jahre 1694 nennt.[122] Der in einer Schrift des berühmten Gelehrten Katsuragawa Hochiku[123] für das Jahr 1662 genannte Harumu (Harm) stammte wohl aus den Niederlanden.[124]

 

Fussnoten

[1]    Heute eigentlich "Dejima", in westlichen Texten jedoch durchweg "Deshima” geschrieben
[2]   Ôtori Ransaburô: Oranda nisshi no ishigaku-teki kenkyû. In: Nihon ishigaku zasshi, Vol.10, Nr.1, 1962, S.11-16 (大鳥蘭三郎「蘭館日誌の医史学的研究」『日本医史学雑誌』). Ôtori Ransaburô: Oranda nisshi no ishigaku-teki kenkyû. In: Nihon ishigaku zasshi, Vol.10, Nr.2/3, 1964, S.1-12 (大鳥蘭三郎「蘭館日誌の医史学的研究」『日本医史学雑誌』). Hattori Toshirô: Edo kindai igakushi no kenkyû. Yoshikawa kôbunkan, Tôkyô 1988, S.330-338(服部敏郎『江戸時代医学史の研究』吉川弘文館). Nichiran gakkai (ed.): Yôgakushi jiten [Lexikon der 'West-Studien']. Yûshôdô, Tôkyô 1984, Anhang 3(日蘭学会編『洋学史事典』雄松堂)
[3]   Alle nachfolgend genannten Materialien der VOC liegen im Algemeen Rijksarchief, s'Gravenhage. Quellen aus dem Teilarchiv 1.04.21, Nederlandse Factorij Japan werden in der Form NFJ - Materialnummer belegt. Die dort zu findenden Tagebücher (Dagregister) der Faktoreien Hirado (DH) und Deshima (DD) in der Form NFJ - Materialnummer, DD/DH + Datum. Materialien aus dem Teilarchiv 1.04.02 sind in der Form VOC - Materialnummer gekennzeichnet
[4]   Den "Opperchirurgijn Mathijs Crousen” findet man an mehreren Stellen des Tagebuches der Faktorei Deshima: NFJ 60, DD 3.12.1646, 21.1.1647, 11.4.1647 usw
[5]   Dies war eventuell wiederum Mathijs Crousen. Der Reiseabrechnung von 1647/48 zufolge erhielt “een Barbier” für die Fahrt nach Edo einen Zuschlag von 18 Thael (NFJ 1166). Auch an einigen Stellen des Faktoreitagebuches ist dieser “Chirurgijn” erwähnt: NFJ 61, DD 22.2.1648, 29.4.1648, 26.6.164 usw
[6]   Dieser “chirurgijn” erscheint ebenfalls durchweg nur unter seiner Berufsbezeichnung: NFJ 62, DD 9.3.1649, 23.-28.3.1649
[7]   NFJ 63, DD 26.1.1650 (“Casper Schamburger”). DD 14.11.1650 (“Cheru[r]ghijn Casper Schambergen”). Zu Schambergers Leben siehe W. Michel: Von Leipzig nach Japan - Leben und Wirken des Barbierchirugen und Handelsmanns Caspar Schamberger (1623-1706). Iudicium Verlag, München 1999
[8]   Dem Eidai nikki des Inaba-Schreines in Kyôto zufolge. Unter dem Datum 1. Jahr Kanbun, 3. Monat, 4. Tag (= 3.4.1661) heißt es dort: “Geka arumanusu katsu”. (京都市所蔵「永代日記」、寛文元年三月四日:「外科あるまぬすかつ」)
[9]   Der Beleg für Katz stammt aus der Handschrift Oranda gairyô-shû (maki 4) des in Nagasaki lebenden Arztes Kawaguchi Ryôan. Medical Information Center, Keiô University, 494.2 / OR-2. (河口良庵「阿蘭陀外療集」巻4)
[10]    NFJ76, DD 6.11.1662: “M[eeste]r Daniel Busch Opper=Chirugijn”.
[11]    NFJ76, DD 6.11.1662: “Abraham van Kerpen, Onder=Chiru[r]gijn”.
[12]    NFJ77, DD 21.10.1663: “Daniel Busch opperchirurgyn, Hermanus Visscher dito”.
[13]    NFJ77, DD 21.10.1663: “Daniel Busch opperchirurgyn, Hermanus Visscher dito”.
[14]   Am 21.1.1655 stellte Busch dem vom Fürsten von Hirado nach Deshima entsandten Arzt Arashiyama Hoan (嵐山甫安) ein Ausbildungszeugnis aus, das heute im Tourismus-Museum Hirado aufbewahrt wird. NFJ 78, DD 13.3.1665: “Daniel Busch Chirurgijn”.
[15]   Pieter van der Veste[n] war spätestens seit Herbst 1669 Unterchirurg auf Deshima. NFJ 83, DD 13.2.1670: “ onder Chirurgijn Piet[e]r vander veste”.
[16]    NFJ84, DD 2.1.1671: “opper chirurgijn Moises Maroon”.
[17]    NFJ84, DD 14.7.71. Ankunft auf der Tulpenburgh
[18]    NFJ85, DD 14.5.1672: “appotheeker Frans braun”.
[19]    NFJ86, DD 15.1.1673: “M[eeste]r Willem Hoffman en den adsistent Cornelis Lindius”.
[20]   Dem Yôgakushi jiten (Lexikon der Weststudien) zufolge. Konkreter Beleg fehlt
[21]    NFJ87, DD 40.4.1674 (“opper chirurgijn Willem Hofman”).
[22]   NFJ 88, DD 16.12.1674 , 27.12.1674, 19.3.1675, 21.3.1675, 25.3.1675, 30.3.1675, 31.3.1675 usw.: “Wilhelm Ten Rhijne"
[23]   1676 veränderte sich die Position. Im Tagebuch erscheint er als “onderkoopman Willem Hofman", ”der aber gleichzeitig den Dienst eines Oberchirurgen wahrnimmt” (NFJ 89, DD 24.1.1676).
[24]   NFJ 89, DD 4.1.1676, 17.1.1676, 24.1.1676, 17.1.1676, 24.1.1676, 20.4.1676, 22.4.1676, 24.4.1676, 25.4.1676: “Wilhelm Ten Rhijne”.
[25]   Dem Yôgakushi jiten (Lexikon der Weststudien) zufolge. Konkreter Beleg fehlt.
[26]   Croon stellte am 18.10.1685 dem Arzt Hara Sanshin aus dem Fürstentum Chikuzen ein noch heute im Familienbesitz vorhandenes Ausbildungszeugnis aus. Siehe Hara Sanshin (ed.): Nihon de hajimete honyaku shita kaibôsho. Rokudai Hara Sanshin ranpô-i 300nen kinen shôgakkai, Fukuoka 1995 (原三信編『日本で初めて翻訳した解剖書』六代原三信蘭方医三百年記念奨学会)
[27]    NFJ103, DD 9.11.1689 (oppermeester Jan Stokman). NFJ103, DD 18.11.1689 (“oppermeester Jan Stokman”). NFJ103, DD 9.12.1689 (“Jan Stokman opperchirurgijn”);NFJ 103, DD 6.1.1690 (“oppermeester Jan Stokman”); NFJ 103, DD 10.2.1690 (“opperm[eeste]r Jan Stokman”); NFJ103, DD 23.2.1690. (“opperchirurgijn Jan Stokman”)
[28]   VOC 1111, fol.142b (Generalbrief, Batavia 24.12.1634)
[29]   Kurzbiographie im Yôgakushi jiten (Lexikon der Weststudien), S.555, 576
[30]   Neijenrode benutzte ausschließlich den Vornamen Carel. Den Nachnamen erfahren wir aus dem Generalbrief (generale missive) vom 24.12.1634 (VOC 1111, fol.142b bzw. alte Nr. 124)
[31]   NFJ 482, S.440 - 442 (Brief von Neijenroode an Muijser, Hirado, 31.12.1630)
[32]   NFJ 482, S.443 - 444 (Brief von Cornelisz. Neijenroode an Muijser und andere, Hirado, 7.1.1631); NFJ 482, S.444 - 445 (Brief von Neijenroode an Willem Jansz[oon], Hirado 7.1.1631); NFJ 482, S.450 - 455 (Brief von Neijenroode an Hans Putmans in Formosa, Hirado, 15.3.1631). Vergleiche hierzu auch folgende nach Europa geschickten Kopien VOC 1103, fol.118 (Brief von Willem Jansz. an Neijenroode, Ôsaka, 16.1.1631), fol.118b (Brief von Jansz. an Neijenroode, Ôsaka, 8.1.1631), Fol. 119 (Brief von Jansz. an Neijenroode, Ôsaka, 19.1.1631), fol.120b (Brief von Jansz. an Neijenroode, Ôsaka, 25.1.1631)
[33]   VOC 1111, fol.142b bzw. alte Seitennummer 124 (Generalbrief, Batavia 24.12.1634)
[34]   松浦肥前守隆信
[35]   嶋田彈正忠次兵衛利正
[36]   Was dafür spricht, daß Lourensz. nicht mehr im Dienstverhältnis mit der Kompanie stand
[37]   NFJ 482, fol.457 (Brief von Neijenroode an Willem Janszoon, Hirado, 23.3.1631)
[38]   NFJ 482, fol.462 (Brief von Neijenroode an Janszoon, Hirado, 25.5.1631)
[39]   NFJ 482, fol.457 (Brief von Neijenroode an Janszoon, Hirado, 23.3.1631)
[40]   NFJ 482, S.459f. (Brief von Neijenroode an Janszoon, Hirado, 25.4.1631).
[41]   Blussé, J.L. / Van Opstall, M.E. / Ts'ao, Yung-Ho / Chiang, Shu-Sheng, Milde, W. (Ed.) De Dagregisters van het Kasteel Zeelandia, Taiwan 1629-1662, Deel 1: 1629-1641. Nijhoff, 's-Gravenhage 1986, S.406.
[42]   長崎代官末次平蔵
[43]   榊原職直
[44]   Aufgezeichnet im Dagregister Batavia, 28.4.1637. Colenbrander, Herman Theodor: Dagh-Register gehouden uit Casteel Batavia. 's-Gravehage 1896 ff.
[45]   NFJ 53, DH 19.11.1637.
[46]   Blussé et. al., S.406, 409.
[47]   Blussé et al., S.417, 431, 434, 456, 459f., 466f.
[48]   Blussé et al., S.406.
[49]   Oranda geka ichiryô sho, maki 1, ohne Paginierung (阿蘭陀外科一療書). Ferner ist dieses Rezept zwar ohne Datum, aber mit der Angabe “in Hirado mitgeteilt” im Manuskript Oranda gekasho (Band 2, Rezept 7. Kyôu shooku, Ôsaka, ken 894) enthalten (「阿蘭陀外科書」杏雨書屋)
[50]   Die Ankunftsdaten der Schiffe werden nachfolgend in der Form wiedergegeben, wie sie in der jeweils zitierten Quelle stehen. Hier und dort liegen jedoch Differenzen mit den von Bruin et al. publizierten Tabellen vor: Bruijn, J. R. / Gaastra, F. S. / Schöffer, I. et al.: Dutch-Asiatic Shipping in the 17th and 18th Centuries. Volume II, Outward-bound voyages from the Netherlands to Asia and the Cape (1595-1794). Nijhoff, The Hague 1979.
[51]   NFJ 53, DH 21.7.1639 (Bericht von der Hofreise).
[52]   NFJ 5, Bl. 50, Hirado, 1.1.1640
[53]   井上筑後守政重.
[54]   NFJ 55, DD 22.10.1641.
[55]   NFJ 5, fol.17b.
[56]   NFJ 5, fol.17b.
[57]   柘植平右衛門、馬場三郎左衛門.
[58]   NFJ 5, fol.54b.
[59]   NFJ 56, DD 14.1.1642.
[60]   内藤宗印.
[61]   Koga (1967), Bd. II, S.163.
[62]   NFJ 1162 (“Reekeninge” 1643/44): “Jeuriaen Henselingh”.
[63]   NFJ 57, DD 23.9.1643.
[64]   NFJ 57, DD 8.10.1643.
[65]   ARA 1.02.21,NFJ 1163.
[66]   NFJ 57, DD 23.9.1643, 1.9.1644, 16.9.1644, 2.10.1644, 5.10.1644.
[67]   NFJ 1162.
[68]   NFJ 5, fol.54b: “Cornelisz. Stevensz.”.
[69]   NFJ 1161 (“Reekeninge” 1642/43): “Cornelis Stevenß[,] Barbier”.
[70]   NFJ 5, fol.19.
[71]   NFJ 1162 (“Reekeninge” 1643/44): “Jeuriaen Henselingh”.
[72]   NFJ 5, fol.54b.
[73]   NFJ 57, DD 8.10.1643: “Chirurgijn Cornelis Stevensz.”.
[74]   NFJ 1163 (“Reekeninge” 1644/45): “Cornelisz Stevens[,] opperchirurgijn”.
[75]   ARA 1.04.13, Scheepssoldijboeken No. 5278.
[76]   Hans Kempf gehörte Mitglied eines von den Ratsmitgliedern gewählten Kollegiums der Marschalle zur gesellschaftlich-politischen Spitze der Stadt. Jeder Marschall wurde auf Lebenszeit gewählt. Der jedes Vierteljahr ausgewechselte “Marschall regens” stand dem amtierenden Bürgermeister zur Seite. Er konnte den Bürgermeister vertreten, den Rat einberufen und die Anklage im Namen der Stadt vertreten. (Mitteilung von Dr. Martin, Archiv und Museum, Landau in der Pfalz).
[77]   NFJ 1164 (“Reekeninge” 1645/46): “Carel Kemph van Landauw[,] Barbier”.
[78]   NFJ 769 (Faktur vom 3.6.1645, Henriette Louisa).
[79]   NFJ 5, fol.33, fol.56b.
[80]   NFJ 5, fol.46: “Johannes Wints”. Auf fol.60 als “Johannes Wunsch”.
[81]   NFJ 65, DD 11.2.1652, 22.4.1652, 14.7.1652 u.a.m.
[82]   Willman, Olof(f) Ericksson: Een kort Beskriffning uppå trenne Re(e)sor och Peregrinationer sampt Konungarijker Japan [...]. Hans Hög, Wisingsborgh 1667, S.194.
[83]   NFJ 68, DD 16.2.1655: “heelm[eeste]r Johannes Wunsch”. Den in der Tabelle des Yôgakushi jiten aufgeführten Johannes Stiden konnte ich in den Materialien nicht belegen.
[84]   NFJ 5, fol.88b.
[85]   NFJ 66, DD 27.1.1653, 4.2.1653, 6.2.1653 u.a. Stellen. NFJ 67, DD 13.2.1654: “Chirurgyn Jan Stipel”. Auch erwähnt am 27.2.1654, 7.3.1654, 16.3.1654.
[86]   NFJ 5, fol.88b.
[87]   NJF 5, fol.89.
[88]   NFJ 68, DD 4.4.1655.
[89]   NJF 5, fol.98. Desweiteren in NFJ 31, fol. 207 (“Instructie voor de ondercoopluyden Cornelisz Mulock, en Roeland de Carpentier", Nagasaki 11.1.1660).
[90]   NFJ 5, fol.95b.
[91]   NFJ 31, fol.155.
[92]   Arnoldus Montanus: Denckwürdige Gesandtschafften der Ost=Indischen Gesellschaft in den Vereinigten Niederländern an unterschiedliche Keyser von Japan. Jacob Meurs, Amsterdam 1670, S.359.
[93]   NFJ 69, DD 15.2.1656, 16.2.1656. Colenbrander, Herman Theodor: Dagh-Register gehouden uit Casteel Batavia. 's-Gravehage 1896 ff. Anno 1656, S.27, 43, 73, 115, 159.
[94]   NFJ 5, fol.104.
[95]   NFJ 72, DD 20.12.1658: “onder coopman ende Dispencier S[ieu]r Cornelis Mulock”.
[96]   NFJ 80, DD 23.2.1667: “Arnout Dirks”. NFJ 81, DD 5.4.1668: “Chiru[r]gijn Aernoudt Dirksen”. NFJ 81, DD 9.4.1668: “Chirurgijn Aernout Dirksen”. NFJ 80, DD 24.-27.1.1667: “Chirurgijn Arnout Dirkse als Teilnehmer der Hofreise nach Edo”.
[97]   瀬尾昌琢.
[98]   Sugitatsu Yoshikazu: Ôtaguro Gentan no Oranda ijutsu menkyojô. Rangaku shiryô kenkyûkai hôkoku, No.309, 1976 (杉立義一「太田黒玄淡の和蘭医術免許状」『蘭学資料研究会報告』).
[99]   "een uijtteerende sijckte"
[100]   NFJ 82, DD 9.1.1669, 10.1.1669.
[101]   NFJ 83, DD 14.4.1670: “m[eeste]r moijses”.
[102]   NFJ 84, DD 2.1.1671: “opper chirurgijn Moises Maroon”.
[103]   NFJ 83, DD 23.2.1670: “apotheker godfried haak”.
[104]   NFJ 84, DD 15.1.1671: “apotheker Godefried Haeck”.
[105]   VOC 897 (Brief des batavischen Generalgouverneurs an den Faktoreileiter Caesar, Batavia 23.6.1773): “appotheker Frans Braun van Rotsenburgh [sic]”.
[106]   NFJ 84, DD 14.7.71.
[107]   NFJ 85, 14.5.1672: “Frans braun”. NFJ 86, DD 7.6.1673 (23.4.2673, appoteecker Brouwn”).
[108]   NFJ 85, DD 8.2.1672: “opper chirurgijn Willem Hofman”. NFJ 86, DD 15.1.1673: “M[eeste]r Willem Hoffman”. NFJ 87, DD 30.4.1674: “opper chirurgijn willem hofman”. NFJ 88, DD 27.11.1674: “opper chirurgijn Willem Hofman”. NFJ 88, DD 25.3.1675, 30.3.1675: “M[eeste]r Willem Hofman”.
[109]   NFJ 303 (Brief des Faktoreileiters Camphuis an den Generalgouverneur und Rat von Indien in Batavia, Nagasaki, 8.1.1672).
[110]    NFJ 89, DD 24.1.1676. Siehe auch NFJ 89, DD 24.1.1676
[111]   NFJ 89, DD 29.1.1676.
[112]   NFJ 87, DD 17.12.1673.
[113]   NFJ 89, DD 4.1.1676.
[114]   VOC 700 (Abschriften der Beschlüsse des Generalgouverneurs und Rates, 5.5.1685).
[115]   Kraft, S.59.
[116]   VOC 828, Repertorium op de personalia, Deel 1.
[117]   NFJ 97, DD 19.3.1684: “Hendrick Obé”. Desweiteren NFJ 97, DD 12.4.1684 , 14.4.1684, 15.4.1684, 18.4.1684, 7.5.1684, 10.6.1684 (“Obé”) NFJ 97, DD 6.8.1684 (“opperchirurgijn Hendrick Obé”) NFJ 98, DD 31.10.1684 (“opperchirurgijn”). NFJ 98, 6.4.1684, 28.11.1684 (“opper meester hendrick Obé", “meester Obé”) NFJ 98, DD 10.4.1684 (“oppermeest[e]r Obé”) NFJ 98, DD 14.4.1684 (“opper chirurgijn Hendrick Obé)”.
[118]   NFJ 93, DR 4.11.1679: “chirurgijn”. NFJ 94, DD 12.4.1681: “chirurgijn Jan Bartelsz”. NFJ 95, DD 5.4.1682, 27.9.1682: “Jan Bartelsz Benedictus”. NFJ 313, Brief des Faktoreileiters Hendrick Canzius: “Jan Bartelsz”. NFJ 96, DD 26.3.1683, 30.3.1683, 3.11.1683: “m[eeste]r Jan Benedictus”. Siehe auch die Edition dieses Tagebuches durch Kraft. NFJ 96, DD 30.3.1683. NFJ 100, DD 4.12.1686: “opper Chirurgijn”. NFJ 100, DD 10.12.1686, 2.4.1687, 8.6.1687: “opperchirurgijn Jan Bartelsz.”. NFJ 101, DD 11.11.1687: “Chirurgijn Jan Bartelsz:”. NFJ 101, DD 15.12.1687: “oppermeester Jan Bartelsz.”. NFJ 101, DD 16.3.1688: “Opperchirurgijn Jan Bartelsz.”. NFJ 102, DD 5.11.1689: “opper chirurgijn Jan Bartelsz.”. NFJ 102, DD 25.3.1689: “chirurchijn Jan Bartelsz:”. NFJ 102, DD 6.5.1689: “opper chirurgijn Jan Bartelsz”.
[119]   伊保宇、多阿須.
[120]   Kishimoto Hiroshi: Honchô Oranda geka shoi Kasuparu-ryû geka no hon. In: Nihon iji shinpô, Nr. 802, 1938, S.331-332 (岸本裕「本朝和蘭陀外科所謂カスパル流外科の本朝史料」『日本医事新報』).
[121]   ハンス.
[122]   Sôda Hajime: Nihon iryô bunkashi. Shibunkaku shuppan, Kyôto 1989 (宗田一『日本医療文化史』思文閣出版).
[123]   桂川甫築.
[124]   Katsuragawa Hochiku: Zenseishitsu iwa. Maki 1, p.5. Kyôto University, Fujikawa Collection, Se-183 (桂川甫築「繕生室医話」).

 

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