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Wolfgang Michel: Hermann Buschof - Das genau untersuchte und auserfundene Podagra


Wolfgang Michel: Hermann Buschof - Das genau untersuchte und auserfundene Podagra, Vermittelst selbst sicher=eigenen Genaesung und erloesenden Huelff=Mittels. Haug Verlag, Heidelberg,1993 (148 pp.)


 Deutsche Apothekerzeitung Nr. 26, 1. 7. 1993

Erste Abhandlung über die Moxibustion in Europa Von Hermann Buschof Neu herausgegeben und kommentiert von Wolfgang Michel. 158 Seiten, 7 Abb., kart. Karl F. Hang Verlag, Heidelberg 1993. DM 39,80.

Der niederländische Missionar und Pastor Hermann Buschof (gest. 1674) schrieb kurz vor seinem Tode die erste Monographie über die Moxibustion, die in Europa gedruckt wurde. Diesem niederländischen Original folgten schnell Übersetzungen ins Englische, Lateinische und Deutsche. Der Text der ersten deutschen Ausgabe von 1677 mit dem Titel "Das genau untersuchte und auserfundene Podagra, vermittelst selbst sicher-eigenen Genäsung und erlösenden Hülff-Mittels" ist in diesem Buch wieder abgedruckt und fachkundig kommentiert worden.

Etwa ebenso lang wie diese Edition ist die Einführung in das Thema durch den Herausgeber. Er schildert die Technik des in Ostasien seit langem üblichen Brennens mit speziell zubereiteten Artemisia-Blättern (Moxa) und nennt die verschiedenen Indikationen. Buschof selbst lobte insbesondere die Eignung der Moxa - es handelt sich dabei übrigens um ein japanisches Wort - zur Behandlung der Gicht, die damals als Zivilisationskrankheit in den wohlhabenderen Bevölkerungsschichten grassierte. Seine Schrift erregte in Europa beträchtliches Aufsehen, so daß einerseits originale ostasiatische Moxa importiert, andererseits nach Surrogaten gesucht wurde.

Es ist dem Herausgeber zu danken, ein interessantes Kapitel der Arzneimittelgeschichte so ausfüuhrlich und erschöpfend dargestellt zu haben, um so mehr als die Moxibustion bei uns seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt.

Dr. Wolfgang Caesar Stuttgart


 

 Deutsche Zeitschrift für Akupunktur, Nr. 5, Oktober 1993, S. 119

Erste Abhandlung über die Moxibustion in Europa. Neudruck der ersten europäischen Abhandlung über die Moxibustion nach der Breslauer Ausgabe von 1677. Herausgegeben, bearbeitet und kommentiert von Prof. W. Michel
Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1993. 158 S., 7 Abb., kart., 39,80 DM.

Das Buch "Die erste Abhandlung über die Moxibustion in Europa" ist nicht nur für den Medizinhistoriker in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Zum ersten macht es ein nur äußerst schwierig auffindbares Thema allgemein - im gegebenen Falle in deutscher Sprache - zugängig, das für jeden, der sich mit einem Teil der chinesischen oder japanischen Medizin befaßt, von großem Interesse ist. Zum zweiten geben die Stellungnahmen der zeitgenössischen Autoren zu dem Phänomen Moxa, die Erklärungsmöglichkeiten über deren Wirksamkeit sowie auch die damaligen Theorien über die ursprünglich primär angesprochene Erkrankung der Gicht einen äußerst eindrucksvollen Überblick über das medizinische Denken im letzten Viertel des 17. und im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts. Zum dritten ist die Sorgfalt, mit der die Begriffsinterpretationen gegeben und die Fußnoten angebracht werden, bewundernswert. Wenn ich auf Grund der Lektüre dieses Buches einen Wunsch an den Verfasser richten dürfte: Wäre es vielleicht möglich, sehr geehrter Herr Professor, uns einmal einen Aufsatz über den Einfluß der europäischen Medizin , in der Zeit von Almeida bis Bälz, auf die japanische Medizin zu schenken?

Dr. Gerhart Feucht

 

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