Wolfgang Michel: Zur Lesung japanischer Namen in alten westlichen Karten. In: Lutz Walter (ed.): Japan - Mit den Augen des Westens gesehen. Prestel-Verlag, München, New York 1994, pp.48 - 50.

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Zur Lesung japanischer Namen in alten westlichen Karten


Wolfgang Michel

Heutzutage folgen westliche Atlanten bei der Schreibung japanischer Ortsnamen dem Verfahren des amerikanischen Missionars J. C. Hepburn (1850-1911). Hepburn hatte für die gewöhnlich in zehn Reihen und fünf Stufen angeordneten Silben des Japanischen eine Umschrift in lateinischen Buchstaben entwickelt, die bei der Wiedergabe der Konsonanten auf dem Englischen und bei der Wiedergabe der Vokale auf dem Lateinischen aufbaut.1

akasatanahamayarawa
ikishichinihimi ri(i)
ukusutsunufumuyuru 
ekeseteneheme re(e)
okosotonohomoyorowo

Hierzu kommen ein "n" als Silbenschlußnasal, sogenannte "getrübte" und "halbgetrübte Laute" (ga gi gu ge go / za ji zu ze zo / da ji zu de do / ba bi bu be bo), weiter "gebrochene" Laute (kya kyu kyo / sha shu sho / cha chu cho / nya nyu nyo / hya hyu hyo / mya myu myo / rya ryu ryo bzw. gya gyu gyo / ja ju jo / bya byu byo / pya pyu pyo). Lang gesprochene, "gespannte" Konsonanten schreibt man mit seltenen Ausnahmen (Etchû) doppelt: Settsu, Sapporo. Die langen Vokale werden durch einen Querstrich oder einen Zirkumflex gekennzeichnet (Tôkyô, saka). Ein langes "i" jedoch wird verdoppelt (Niigata, Kiinokuni) und ein langes "e" meist als "ei" geschrieben (geisha). Nicht markierte Vokale - z.B. in Ise, Mikawa, Hakone, Morioka - sind daher immer kurz.

In den älteren europäischen Japankarten jedoch gab es einen solchen internationalen Standard nicht, weshalb wir zahlreichen Varianten ein und desselben Namens begegnen, zum Beispiel für das Fürstentum Hizen auf Kyûshû die Formen "Figen", "Fiien", "Fi(long-s)en", "Fi(long-s)in", "Fiseen", "Fisien", "Fisen", "Fidsen", "Fitsen". Einige sind sehr verdorben, andere treffen trotz der Schreibunterschiede die damalige japanische Lautung ziemlich gut. Bevor man versucht, geographische Bezeichnungen zu identifizieren oder die Arbeit der Kartographen zu beurteilen, muß sich man daher den sprachlichen Hintergrund verdeutlichen.

Da störte bei der Aufzeichnung des Japanischen zunächst einmal die jeweilige Muttersprache des europäischen Beobachters. Denn die vom Ohr aufgenommenen Lauteindrücke werden im Gehirn mit den etablierten Lautmustern, dem sogenannten Phonemsystem verglichen. Bei neuen oder schlecht beherrschten Fremdsprachen bedient man sich unbewußt des muttersprachlichen Filters. Doch dann "überhört" man zuweilen bestimmte Erscheinungen, weil nichts Derartiges in der eigenen Sprache existiert. Dies war sicher der Fall bei der Verdoppelung von Konsonanten, die in vielen europäischen Sprachen unbeachtet bleibt. Im Japanischen hingegen macht es durchaus einen Unterschied, ob etwa nach langem Suchen die "wahre Absicht" (honne) herauskommt oder nur ein "Knochen" (hone).

Andere "vertraut klingende" japanische Laute wurden einfach einem muttersprachlichem Muster zugeordnet, möglicherweise nicht einmal als fremd erkannt. Nehmen wir zum Beispiel die bei Hepburn als "fu" geschriebene Silbe. Während man in Europa ein "f" durch Reibung der Atemluft zwischen Schneidezähnen und Unterlippe hervorzubringen pflegt, genügt in Japan eine Annäherung beider Lippen, die einander nicht berühren. Beim folgenden "u" wiederum sind westliche Lippen gerundet, die der Japaner hingegen nicht. Ähnlich sieht es für die Silbe "ra" aus. Der von Hepburn als "r" notierte Anlaut entsteht durch ein einmaliges, vibrationsloses Abschlagen der Zungenspitze vom Zahnfleisch, was Europäer nur sehr schwer erkennen. Zuweilen fallen durch die Anpassungen an das eigene Lautsystem bestimmte Laute zusammen, die in der fremden Sprache getrennt sind. Man denke nur an die Schwierigkeiten von Chinesen und Japanern mit Wortpaaren wie "laufen" und "raufen". Umgekehrt gelang es Kaempfer trotz seines zweijährigen Aufenthaltes auf Deshima nicht, Silbenpaare wie "cha" - "ja", "chu" - "ju", "cho" - "jo", "chi" - "ji" usw. sauber zu identifizieren.

 


Fig. 40 Cardim, 1646. Detail from cat. no. 30.

 

Doch selbst wenn jemand das Lautsystem des Japanischen einigermaßen erfaßt hatte, war damit die Wiedergabe in lateinischen Buchstaben noch nicht gewährleistet. Denn Schrift folgt stets eigenen Traditionen. Sie bildet in keiner Kultur die Sprachlaute vollständig und eindeutig ab - auch nicht in unseren modernen Standardsprachen. Man betrachte im Deutschen beispielsweise das lange "o" in "ohne", "Boot" und "los". Auf ein kurzes "o" wiederum folgt zwar meist ein verdoppelter Konsonant, unter bestimmten Bedingungen jedoch auch nicht, wie das "sobald" zeigt. Ähnlich verwirrend kann das Englische sein, wenn man die Orthographie und Lautung zum Beispiel bei "she", "sea", "see" oder "rough", "stuff" bzw. "boat", "bold" vergleicht. Das Französische wollen wir erst gar nicht ins Auge fassen. Überdies steckte im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert die Entwicklung der nationalen Standardschreibungen noch in den Kinderschuhen, so daß diverse Unstimmigkeiten in mancher Japankarte gar nicht verwunderlich sind.

 


Abb. 41 Dudley, 1646. Detail aus Katalognr. 31.

 

Hierzu gesellten sich allerlei Fehler und Vermischungen in den abendländischen Studierstuben und Verlagen, besonders dann, wenn Kartenunterlagen oder fertige Karten in einem anderen europäischen Land überarbeitet wurden. Kaum jemand hatte eine Vorstellung von der ursprünglichen Aussprache. Trotzdem schrieb man oft die Namen für die eigenen Landsleute um. Hier und da blieben Bezeichnungen unverändert stehen - aus Versehen oder weil man nicht wußte, was man damit anfangen sollte. Ansonsten ging man ziemlich mechanisch vor und ersetzte für den italienischen Benutzer das portugiesische "xi" durch ein "sci", das "qui" durch "chi" usw. oder in der holländischen Ausgabe alle "u" durch "oe" und das "c" durch "k" usw. Typische Kopierfehler sind die Vertauschungen von a - o, u - n, y - g, (long-s) - l - t, T - F - R - H oder aber das Auslassen von Buchstaben. Solche charakteristischen (Fehl-)Schreibungen können heute allerdings hilfreich sein, wenn man die Quellen bzw. die Verbreitung einer alten Karte verfolgen möchte.

Zum besseren Verständnis der Namen sollte man daher die alten Japankarten durch die jeweils passende portugiesische, italienische, niederländische beziehungsweise deutsche Brille betrachten. Dann fallen "Satçuma", "Sazzuma" und "Satzuma" oder aber "Cangoxima", "Cangoscima" und "Kangosima" zusammen. Die portugiesischen und spanischen Patres, die während des "christlichen Jahrhunderts" (1549 - 1639) in Japan missionierten und in der Landessprache zuhause waren, hatten eine an der Silbenstruktur des Japanischen ausgerichtete Umschreibung in lateinischen Buchstaben entwickelt. Mit ihr kommt man, weil sie standardisiert ist, nach kurzer Übung gut zurecht. Leider aber wurde dieses Verfahren auf den iberischen Karten nicht immer konsequent angewendet. Die Niederländer wiederum, welche nach dem Abschluß des Landes als einzige europäische Nation eine kleine Handelsstation unterhalten durften, konnten sich hinsichtlich der Sprachstudien mit ihren Vorgängern nicht messen. Aber in den Geschäftspapieren der Vereinigten Ostindischen Kompanie (VOC) erkennt man dennoch eine recht stabile Schreibtendenz für japanische Waren-, Personen- und Ortsbezeichnungen. Auf diesen Formen baute dann Engelbert Kaempfer auf. Da er sich als Forscher bemühte, die Aussprache möglichst "korrekt" wiederzugeben, so wie er sie hörte bzw. zu hören vermeinte, erprobte er allerlei Notationsweisen. Seine vielkopierten Karten zeigen eine Art Lautschrift, die auf den deutschen Schreibgewohnheiten seiner Zeit aufbaut. Hier hilft manchmal nur lautes Lesen. Dann aber kommt er dem Japanischen doch ziemlich nahe.

Es gibt indes noch einen weiteren wichtigen Aspekt. Nicht alle der im Vergleich mit modernen Karten merkwürdig wirkenden Schreibungen gehen zu Lasten der damaligen Beobachter bzw. Bearbeiter. Einiges ist die Folge eines Wandels der japanischen Lautung, zum Beispiel in Fällen wie "Fingo" (Higo), "Cangoxima" (Kagoshima), "Midzke" (Mitsuke), "Jedo" (Edo) oder "Quanto" (Kantô). Nachfolgend nur einige wichtige Erscheinungen.

Betrachten wir zunächst die im Hepburnschen Stil "ha", "hi", "fu", "he", "ho" geschriebene Silbenreihe. In der Gegenwartssprache ist der Anlaut bei "ha", "he", "ho" durchaus zutreffend als "h" bestimmt, bei "hi" liegt er etwa in der Nähe. Seinerzeit jedoch wurden alle Anlaute durch die weiter oben am Beispiel von "fu" beschriebene Atemreibung erzeugt. Es ist daher kein Zufall, daß die Europäer fast ausnahmslos das "f" nicht nur für "fu" wählten: "Facatta" (Hakata), "Farima" (Harima), "Figen" oder "Fisien" (Hizen), "Fiunga" oder "Fioega" (Hyûga).

 


Abb. 42 Kaempfer/Scheuchzer, 1727. Detail aus Katalognummer 76a.

 

Die Nasalierung des "g" im Inlaut ist aus der Gegenwartssprache bekannt. Damals gab es zudem eine Tendenz zur Nasalierung des "a", "o", "u" und gelegentlich auch des "i" vor stimmhaften Verschlußlauten wie "g","d" oder "b". Deshalb finden wir häufig ein nachgestelltes "n" wie in "Nangasaqui" (Nagasaki), "Tsicungo" (Chikugo), "Cangoxima" (Kagoshima), "Finda" (Hida), "Yendo" (Edo) oder "Sando" (Sado).

Seit etwa dem sechzehnten Jahrhundert beobachtet man die Abschwächung von "i" und "u" zwischen stimmlosen Konsonanten bzw. nach stimmlosen Zischlauten. Im Schreibsystem der iberischen Missionare ebenso wie bei Hepburn kann man nicht erkennen, daß diese Vokale an der betreffenden Stelle kaum oder nicht hörbar sind. Kaempfer zeichnete hingegen nach dem Ohr auf: "Midzke" (Mitsuke), "Famamatz" (Hamamatsu), "Minakutz" (Minakuchi) usw.

Westliche Japanromane des letzten Jahrhunderts stellten die buddhistische Gottheit Kannon als "Quannon" oder "Kwannon" vor. Die einst aus "ku" und "wa" entstandene Silbe "kwa" wurde im Laufe der Edo-Zeit zu "ka" zusammengezogen und hat sich nur in Dialekten gehalten. In den alten Karten findet man sie gelegentlich, zum Beispiel in "Quanto" (Kantô). Dies kann, wie im Fall der Ortschaft "Quano" (Kuwano), bisweilen zu Verwechslungen führen.

In aller Welt buchstabiert man die japanische Währung als "Yen", obwohl die Schreibung "En" die Aussprache besser träfe. Denn der früher verbreitete schwache Gleitlaut "j" vor "e" am Wortanfang existiert in der heutigen Standardsprache nicht mehr. Er wurde von den Europäern damals sehr genau wahrgenommen und notiert: "Jezo", "Yeso" (Ezo), "Jedo", "Yedo" (Edo), "Yechingo", "Jetsingo" (Echigo).

 

Abb. 43 Valentyn, 1726. Detail aus Katalognummer 46

 

Gleichermaßen verschwunden ist der Anlaut in der Silbe "wo", die heutzutage lautlich mit der Silbe "o" zusammenfällt. Er kam dem ungerundeten japanischen "u" sehr nahe und hinterließ als "vo" oder "wo" seine Spuren bei manchen Namen: "Vosumi" (Ôsumi), "Voxv"(Ôshû), "Suvo", "Soewo" (Suô).

Nachfolgend eine Auswahl von Namen aus Karten mit (weitgehend) iberischer, italienischer, deutscher und niederländischer Schreibweise. Im Kontext der oben skizzierten Phänomene wird man bei einem Vergleich sehr schnell die Grundtendenzen und auch einige der Fehlertypen erkennen.

moderne Schreibung nach HepburnCardim (1646) Kat. Nr. 30 Dudley (1646) Kat. Nr.31Kaempfer/ Scheuchzer (1727) Kat. Nr. 76AValentijn (1726) Kat. Nr. 46
AkiAquiAchiAkiAki
AkitaAquitaAchita  
AwaAuaAuaAwaAwa
AwaAuaAuaAwaAwa
AwajiAuangiAuangiAwadsi 
Bitchu-BitchuBicchu, BicciuBitsivBitsio
BingoBingoBingoBingoBingo
BizenBigenBigenBidsenBiseen
BungoBungoBungoBvngoBongo
BuzenBugenBuge[n]BvdsenBoeseen
ChikugoChicungoCe[c]ungoTsikvungoTsicoego
ChikuzenChicujenCecugenTsikvdsenTsikuzeen
DewaDeuaDeuaDewaDewa
EchigoYechingoJecingoJetsingoJetsigo
EchizenYechiienGiechigen [!]JetsissenJetsizeen
EdoYendoYendoJedoJedo
Etchu-YetchuJecciuJeetsivJetsioe
EzoYezoJezoJesogasima 
HarimaFarimaFarimaFarimaTharima [!]
HidaFindaFind[a]FidaFida
HigoFingoFingoFigoFigo
HitachiFitachiFitacheFitatsFitaits
HizenHigenFigenFidsenFisien
HôkiFoquiFochiFookiFhoki
Hyu-gaFiungaFiungaFivgoFioega
IgaIngaIngaIgaIkga
InabaInabaJnabo [!]ImabaInaba
IseIxeJsseIsieIsie
IwamiIuamiGuiuami [!]IwamiIwani
IyoIyoJyo, GioIjoIjo
IzuIdzuJdsu, IzzuIdsvIds
IzumiIdzumiJzzumiIdsvmiIdsoemi
IzumoIdzumoIdsumoJdsvmoIdzomo
KagaCangaCangaKagaCanga
KaiCaiCaiKaiKay
KawachiCauachiCauachiKawatsiiKawaats
KazusaCanzusaCanzuza, CanzuchaDadavsa [!]Cadsa
Kii no kuniQuinocuniChinocuai [!]KiinokvniKinokuni
KôzukeConzuque KoodsvkeKoodseki
MiyakoMeacoMeaeoMiaeoMiaco
MikawaMicauaMicauaMikawaMikawa
MimasakaMimasacaMimasacaMimasakaMimasacka
MinoMinoMinoMinoMino
MusashiMusaxiMusasciMvsasiMoesass
NagasakiNangasaquiNangasachiNangasakiNangasacki
NagatoNagatoNagataNagattoNangato
Nihon, NipponNipponNifoneNipon 
NotoNotoNotoNotoNotto
OkiOquiOchiOkiOki
OwariVouariVoariOwariOwarra
ÔmiVomiOmiOomiOmi
ÔsakaOzacaOsacaOsaccaOsacca
ÔshûVoxvVossiuOsi~Oosioe
ÔsumiVosumiVsumiOsvmiOsoemi
Ryûkyû  Rivkv 
SadoSandoSandoSadoSado
SagamiSangamiSangamiSangamiSagami
Saikoku Saicocu  
SanukiSanuquiSanuchiSanvkiSannoki
SatsumaSatçumaSazumaSatzvmaZatsuma
Settsu  SidzvSits
ShikokuXicocvScicocuSikokfSikoko
ShimaXimaXima, ScimaSsimaSima
Shimo(gata)XimoScimo  
ShimousaXimosaScimasaSimoosaSimo-oza
ShimotsukeXimotçuqueScimotcuqueMoodsvkeSimoodseki [!]
ShinanoXinanoScinamoSinanoSinano
SuôSuuoSuuoSvwoSoewo
SurugaSurungaSurungaSvrvngaSurunga
TajimaTaijmaTÿamaTasimaTasima
TanbaTambaTambaTanbaTamba
TangoTangoTangoTanTango
TosaTosaTossaTosaTonsa
TôtômiTatomi [!]TotomiTootomiThotomi
TsugaruTzugaru [!]ZugaruSugaar 
Tsushima Cuscima [!]TsvssimaTsussima
WakasaVacasaVacata, VasacaWackasaWacasa
YamashiroYamaxiro JamasiiroJammissero
YamatoYamatoYamatoJamat[o]Jammato

Im Vergleich zu anderen Weltgegenden, wo die Europäer unter Mißachtung aller einheimischen Namen die Flüsse, Berge, Täler und Landschaften auch kartographisch nach Belieben vereinnahmten, finden wir in den westlichen Japankarten weitgehend japanische Namen. Die Entdeckerattitüde, welche die frühen portugiesischen Seekarten der südlichen Regionen um Okinawa andeuteten, verlor sich schnell. Lediglich für die Inselgruppe Uji-Inselgruppe (Ujiguntô) vor Kyûshû hielt sich die Bezeichnung "Santa Clara" bis ins letzte Jahrhundert. Viele Namen, welche die Niederländer 1643 während ihrer Erkundung der nördlichen Regionen aus der Taufe hoben, waren wohl eher eine Folge mangelnder Informationsmöglichkeiten. Da ihnen jede Anlandung außerhalb Nagasakis verboten war, erhielten auffällige Orientierungsmarken, die man von See aus beobachtete, holländische Namen wie "Ronde holm", "Witte hoek", "Walvis Bocht", "Lange Hoek", "Bay de Goede Hope". In der "Straat de Vries" zwischen den Kurileninseln Iturup und Urup jedoch kam die Stunde großer Gebärden. Weil er glaubte, im Norden menschenleeres Land vor sich zu haben, nahm M.G. Vries feierlich Besitz von "De Compagnies Landt". Auf der Heimweg nach Batavia ehrte er zwischen der Südspitze Kyûshûs und der Insel Tanegashima seinen Generalgouverneur mit der "Straat van Diemen". Doch mit Ausnahme einiger Namen an der Nordostküste wurden solche Bezeichnungen nicht lange tradiert. Und man fragt sich, warum wohl Philipp Franz von Siebold seine nach japanischen Unterlagen gezeichnete "Karte vom japanischen Reich" (1840) zwischen Korea und Japan um die "Krusenstern Straße" und "Broughton Straße" bereicherte und auch van Diemen, Linschoten und Colnett wiederbelebte. Nichts davon überdauerte die Zeiten.

 

Anmerkungen

1 Horst Hammitzsch: Japan-Handbuch. Stuttgart 1990, pp. 1565ff.

2 Weitere Beispiele bei (a) Günther Wenck: Japanische Phonetik. Band 1-4. Wiesbaden, 1954-59 und (b) Toyama Eiji: Kindai no on"in. Kokugoshi ko-za 2 - on"in-shi, moji-shi. Tokyo 1972.

 

Verständnishilfen
Kawa-, -kawa, -gawa(Fluß)
-saki, -zaki(Landspitze, Kap)
Shima-, -shima, -jima(Insel)
-take, -dake(Spitze, Bergspitze)
Yama-, -yama, -san, -zan (Berg)

 

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