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Cornelisz van Outhoorn (gest. 1708)


Cornelisz van Outhoorn, auch ''Cornelis'', ''Cornelius'', (* ? in den Molukken; õ 1708 in Batavia, war Kaufmann der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) und dreimaliger Leiter der Niederlassung Dejima in Nagasaki (Japan).


 Leben


Cornelisz van Outhoorns Vater, Cornelis Willems van Outhoorn (1609-1653), war im Dienste der Ostindien-Kompanie über eine Reihe von Stationen in Südostasien bis zum Landvogt der Banda-Inseln aufgestiegen. Sein älterer Bruder Willem (1635-1720) hatte im September 1691 das höchste Amt in Ostasien übernommen und bestimmte als Generalgouverneur die Geschicke der Kompanie bis August 1704.[1]


Audienz von Outhoorns (13) bei dem hinter einer Jalousie verborgenen Shogun Tokugawa Tsunayoshi im Schloss zu Edo (aus Engelbert Kaempfer: History of Japan, 1727)
Outhoorn

Es ist nicht klar, in welcher Funktion Cornelisz seine Laufbahn begann. Der ältere Bruder war zeitweilig in die Niederlande zurückgekehrt, um dort zu studieren. Wahrscheinlich folgte Cornelisz diesem Vorbild. Auf jeden Fall hatte er als Kaufmann und zweiter Mann der Niederlassung im persischen Gamron gedient, bevor er 1684 „Cassierg, also Leiter der Kasse, im Kastell von Batavia wurde. In einem Brief von 1683 wird er als „Rat von Indieng bezeichnet.[2] Im selben Jahr heiratete er Susanna Muller, Tochter des in Hirado (Japan) geborenen Nicolaas Muller. Später leitete er dreimal im Range eines Oberkaufmanns die Faktorei in Nagasaki (13.10.1688 - 1.11.1689; 9/11/1691 - 29/10/1692, 27.10.1695-15.10.1696). Danach fungierte er als „baljuwg, eine Art Amtmann, von Batavia, wo er 1708 verstarb. Seine Frau und die drei Kinder Cornelis Willem, Nicolaas und Maria zogen hierauf nach Utrecht.

Kaempfer erlebte ihn als Vorgesetzten in seinem zweiten Jahr auf Dejima. Mit Vergnügen blickt er auf die Hofreise 1692 zurück

gmit Herrn Cornelius Outhorn, dem Bruder des itzigen Herrn General Gouverneurs, einem sprachkundigen, belesenen und erfahrenen Manne, der durch seine angebohrne Leutseeligkeit diesem unbilligen Volke sehr wohl zu belieben wusste und hierdurch den Sachen seiner Herrn Principalen zu dero großen nutzen vorstunde.h[3]<

Kaempfers Zeichnung des Audienzsaales im Schloss zu Edo stellt die Begegnung mit dem Shogun Tsunayoshi dar, der nach der offiziellen Zeremonie die Europäer mit allerlei Fragen und Bitten traktierte.

Wie manch anderer Leiter der Faktorei Dejima hatte Outhoorn Gefallen an Japan gefunden und allerlei Objekte nach Batavia gebracht. Im Garten seines Hauses in Batavia stand gar ein japanischer Kampferbaum.[4]


 Referenzwerke

Engelbert Kaempfer, Werke. Kritische Ausgabe in Einzelbänden. Herausgegeben von Detlef Haberland, Wolfgang Michel, Elisabeth Gössmann. Band I/1 und I/2 (W. Michel, B.J.Terwiel): Engelbert Kaempfer, Heutiges Japan. München: Iudicium, 2001.

Willem Wijnaendts van Resandt: De Gezaghebbers der Oost- Indische Compagnie op hare Buiten-Comptoiren in Azië. Amsterdam: Uitgevereij Liebaert, 1944.

Michael Bernhard Valentini: Ost-Indianische Send-Schreiben, Von allerhand raren Gewächsen, Bäumen, Jubelen, Auch andern Zu der Natur-Kündigung und Artzney-Kunst gehörigen Raritäten. Frankfurt am Main: Zunner, 1714.


Anmerkungen
[1] Mehr bei Wijnaendts van Resandt (1944), S. 151.
[2] Schreiben von Herbert de Jager an Georg Eberhard Rumpf vom 6.6.1683, abgedruckt in Valentini (1614), S. 14.
[3] Manuskript Heutiges Japan, British Library, Sloane Coll. Nr.3060, fol. 269v, edited in Michel/Terwiel (2001)
[4] Schreiben von Herbert de Jager an Georg Eberhard Rumpf vom 6.6.1683, abgedruckt in Valentini (1614), S. 14.


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