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Wolfgang Michel: Ein frühes deutsch-japanisches Glossar aus dem 17. Jahrhundert [An Early 17th Century German-Japanese Glossary].Kairos, No. 24 (1986), pp. 1-26.

Ein frühes deutsch-japanisches Glossar aus dem 17. Jahrhundert

Wolfgang Michel

Während die Sprachstudien der portugiesischen und spanischen Missionare im ‘christlichen Jahrhundert’ Japans durch Wörterbücher und Grammatiken eindrucksvoll bezeugt sind, findet man derartige Dokumente aus der etwa ab 1641 anzusetzenden ‘holländischen Ära’ der euro-japanischen Beziehungen, besonders für das 17. Jahrhundert, höchst selten. Dies lag nicht nur an den über die verbliebenen Ausländer verhängten Beschränkungen ; die niederländische Vereenigde Oostindische Compagnie hatte ihrerseits vorwiegend handelspolitische Interessen, welche sie auch ohne intensive landeskundliche Forschungen zu vertreten wußte. Viele der gewißmühselig zu erstellenden Japanbeschreibungen stammten daher von Personen, die sich nicht direkt im Handel engagierten. So war der Dresdener Georg Meister, der zweimal (1682–83 und 1685–86) als “Hofmeister ” des turnusmäßigen Faktoreichefs Andreas Cleyer nach Nagasaki kam und den seinerzeit wohl authentischsten deutschen Japanbericht verfaßte, von Beruf Gärtner. Ihm verdanken wir auch die bislang älteste deutsch-japanische Wortliste und zwei Konversationsmuster.[1] In den deutschen Reisebüchern vor Meisters Der Orientalische Kunst- und Lustgärtner (1692) findet sich so gut wie nicht zur Sprache Japans.[2] Die von Wolfgang Joost 1983 publizierten “wundersamen Reisen des Caspar Schmalkalden nach West- und Ostindien 1642-1652”[3] schienen da keine Ausnahme zu sein. Diese Edition beruht auf einer bis dahin unveröffentlichten Handschrift, von der man allerdings einige Teile unberücksichtigt ließ. Eine Anfrage bei der Forschungsbibliothek Gotha, in deren Besitz sich das Manuskript befindet (Chart. B 533), brachte neben einem umfangreichen Anhang, dessen Japankapitel ich bereits vorgestellt hatte,[4] eine Reihe von Glossaren aus dem Reiseteil ans Licht, darunter eines mit japanischen Vokabeln.[5] Da die Handschrift sicher nach der Rückkehr Schmalkaldens in seiner Heimat geschrieben wurde, müssen diese Wortlisten irgendwann zwischen 1652 und 1668/75, dem Zeitraum seines mutmaßlichen Todes, entstanden sein.

 

24fig01
Chart. B 533, Blatt 306 v.

Am Ende des Abschnitts über die “Reise nach Japonica ” folgt eine Art deutsch-japanischer Grundwortschatz auf Blatt 306 recto/verso, auf Blatt 307 recto stehen sino-japanische Numeralia, Blatt 307 verso bietet einige Funktionswörter und die rein-japanischen Numeralia. Nachfolgend das gesamte Glossar. In den Klammern habe ich das betreffende Wort in leicht modifizierter Hepburnscher und in (sino-)japanischer Schreibung wiedergegeben. Danach folgen zum Vergleich die jeweiligen Einträge imDictionarium sive Thesauri Linguae Iaponicae Compendium von 1632, auf die ich weiter unten zurückkommen werde:[6]

 

[386 r.]

Die Japoner schreiben von oben herab, und auch mit Pintzeln[7] wie die Sinesen,[8] es ist aber doch ein unterschied in den buchstaben, gleich wie auch in der Sprach.

Hier folgen etliche Japonische Wördter.

[linke Spalte]

Gott Tènmêi[9] [tenmei    天命 Deus: tèn mèi]
Himme Ten [ten    天 Caelum: ten]
Die Sonn Ni∫hirin [nichirin 日輪 Sol: nichirin]
Der Mond Zùki. [tsuki    月     Luna: tçùqi]
Felder Kuayèn[10] [ka’en    花園     Ager: dèngi]
Erde Zù∫hi. [tsuchi    土     Terra: tçùchi]
Lufft Cáje[11] [kaze    風     Aer: càje]
Waßer Min∫u. [mizu    水     Aqua: mīzzu]
Ein berg ÿama [yama    山     Mons: yama]
Ein Herr ∫u [shu    主     Dominus: xŭ, xŭjin]
Ein Capitain Taig∫o [taishō    大将 Navarchus: caxxen no taixŏ][12]
Schiffer Funaco [funako    船子     Nauta: funaco]
Balbierer[13] Guekio [gekyō    外境 Chirurgus: guequiŏ]
Ein Mensch Fito [hito    人     Homo: fito]
Ein Mann Votòco [otoko    男     Vir: votòco]
Ein Weib vonna [onna    女 Mulier: nhŏbŏ, vonãgo,
nhobo nyōbō    女房     vonna][14]
Mutter fana,[15] fafa [hawa, haha    母     Mater: faua, fafa]

 

[rechte Spalte]

Ein Sohn [16]   .co. [ko    子     Filius: co]
Ein tochter [17] Mú∫ume. [musume    娘     Filia: mùume]
Bruder Àni[18] [ani    兄     Frater maior: ani]
Schwester àne[19] [ane    姉     Soror maior: àne mù∫ume]
Der Kopf Cobe [kōbe    頭     Caput: côbe]
Auge manaco [manako    眼     Oculus: manaco]
Naase Fana [hana    鼻     Nasus: fàna]
Mund cù∫i [kuchi    口     Os: cùchi]
Zahn fa [ha    歯     Dens: fa]
Zunge ∫ita [shita    舌     Lingua: xita]
der leib ∫iki∫in [shikishin    色身     Corpus: xíqixìn, xìqixìn]
das Hertz Kimò[20] [kimo    肝     Cor: qimo, cocòro]
die Leber Kocòro [kokoro    心     lecur: Qimo, qimò]
der Arm Ùnde [ude    腕     Brachium: ùnde]
die Hand Catato[21] [katate    片手     Manus: catate]

 

[386v.]

[linke Spalte]

Finger ÿùbi [yubi    指     Digitus: yùbi]
Bauch fara [hara    腹     Venter: fara]
der Nabel Fezo [heso    臍     Vmbilicus: fezo]
das Knie fiza [hiza    膝     Genu: fiza]
das Schienbein ∫une [sune    頸     Crus: ſune]
der Fueß ∫u∫ocu [shusoku  手足 Pes: xusòcu]
Ein Kirche Mido [midō    御堂[22] Domus Sancta, Templum: midǒ]
ein Haus ÿàdo [yado    宿     Domus: yãdo]
ein Schiff curò fune[23] [kurofune    黒船     Nauis: curò fune]
Ein Pfaff Bozu[24] [bōzu    坊主 Sacerdos: bǒzu]
Ein Soldat Bu∫hi [bushi    武士     Miles: bùxi]
ein Degen Riken [riken    利剣     Ensis acutus: riqen][25]
ein Hund Ìnu [inu    犬     Canis: inu]
ein Katz Neco [neko    猫     Felis: nèco]
ein pferd ’mma [uma    馬     Equus: coma, :mma][26]
Fisch ivo [io    魚     Piscis: ivo]
Fleisch nicu [niku    肉     Caro: nicu]
Pfeffer Cog∫ò [koshō    胡椒     Piper: coxô]
Zimmet Nikei [nikkei    肉桂     Cinna(mo)mum: nicqei]
Zucker ∫áto [satō    砂糖     Saccarum: ſatǒ]
Zwieback catâi yagi mochi [katai yakimochi    硬い焼餅     Placenta: yaqimochi][27]

 

[rechte Spalte]

eßen mo∫chy, iru, bucu∫i[28] [mochiiru,bukusuru    用いる、服する    Comedo: mochij, iru; bùcuxi, ùru]
trincken nòmi[29] [nomi    飲み    Bibo: nòmi, u]
schlaffen ǐne[30] [ine    眠ね    Dormio: ne, uru; ine, uru]
sitzen ∫uvàri,[31] [suwari    坐り    Sedeo: ſuvàri, u]
Citron Dáidái.[32] [daidai    橙    Malum citreum: dàidài]
Wein ∫ácke[33] [sake    酒    Vinum: sáqe]
Krebs yèbi[34] [ebi    蝦    Cancer: yèbi]
Hören Kiki[35] [kiki    聞き    Audio: qiqi, u]
geben tamavàri.[36] [tamawari    賜り    Do: tamavàri, u]
gehen ÿùki.[37] [yuki    行き    Vado: iqi, u; mari, u; yuqi, u]
Reis còme [kome    米Oriza: còme]
Gold Kin∫u [kinsu    金子    Aurum: guinſu, cógane, vógòn][38]
Silber Kin[39] [gin    銀    Aurum & augentum: qin guìn]
ein Ding Cóto[40] [koto    事    Res: gui, còto]
Europa Nanbán[41] [nanban    南蛮    Europa: Nanbán]

 

[387r.]

Wie die Japoner zehlen.

Ichi [ichi = 1; ichi][42] 20 niju [nijū, nijǔ]
Ni [ni = 2; ni] 30 ∫ànju [sanjū, ſánju]
∫an [san = 3; ſan] 40 Xiju [shijū, yonjû]
∫i [shi = 4; xi] 50 gòju [gojū]
Go [go = 5; go] 60 rócuju [rokujū]
Rócu [roku = 6; ròcu] 70 Xichiju [shichijū, nanajū]
∫ichi [shichi = 7; xichi] 80 Fachiju [hachijū]
Fachi [hachi = 8; fachi] cuju [kujû cùju]
cu [ku = 9; cù] Fiacu [hyaku fiacu]
[jū = 10; jǔ] Fiacu Ichi [hyaku-ichi fiacu ichi]
Júich [jūichi = 11; juǐch] 110 Fiacu ju [hyaku-jū, fiacu ju]
jiuni [jūni = 12; jiúni] Fiacu ∫anju [hyaku-sanju fiacu ſanju]
ju∫an [jūsan = 13; iǔſsan] Ni fiácu [ni-hyaku ni fiàcu]
juxi [jūshi = 14] ∫ambiácu [san-byaku sàmbiàcu]
jugo [jūgo = 15] Xen [sen xen]
jurocu [jūroku = 16] 100000 Jumàn  [jū-man]
juxichi [jūshichi = 17]
Jufachi [jūhachi = 18]
Jucû [jūku = 19; júcù]

[387v.]

[linke Spalte]

Und mo, to[43] [mo, to    も、と    Et: to]
oder ca[44] [ka    か    Vel: ca]
auch arui ua[45] [aruiwa    或いは    Aut: aruiva]
in ni, in loco. [ni    に    Apud: ni, ni voite, cáta ni]
in der Stadt ni itatte[46] [ni    に至って]
roth cǒbai[47] [kōbai    紅梅]
gehl[48] Kina, irò. [kina iro    黄な色    Flavus: qina irò]
Heüte Connichi [konnichi    今日    Hodie: cǒnnichi]
morgen miǒnichi [myōnichi    明日    Mane: asá tocu,[49] meǒnichi tocu]
gestern Kino [kinō    昨日    Heri: qinô]
alle Zeit fudan[50] [fudan    不断    Semper: fúdàn]
ein tag fi. [hi    日    Dies: fi]

 

Folget die gemeind Zahl, oder wie die Bungen∫en[51] zehlen.

Eins Fitotçu [hitotsu fitòtçu][52]
Zweÿ Futatçu [futatsu futatçu]
Dreÿ mitçu [mitsu mitçu]
Vier iotçu [yotsu iòtçu]
Fünff itçutçu [itsutsu itçutçu]
Sechs mutçu [mutsu mutçu]
Sieben nanatçu [nanatsu nanatçu]
acht iatçu [yatsu iàtçu]
Neün coconotçu [kokonotsu coco notçu]
Zehen tovo. [tō to vo]

Schmalkalden hatte die Vokabeln seiner Wortsammlungen in einer Weise geordnet, die wohl nicht zufällig der Abfolge im ‘Orbis pictus’ von Comenius ähnelt,[53] einem illustrierten Wörterlehrbuch, daß gerade 1658 erschienen war und sich im 17. wie 18. Jahrhundert größter Beliebtheit erfreute. Am Anfang aller Dinge steht Gott, es folgen die Erscheinungen des Himmels und einige der Erde. Der Mensch und sein Körper werden vorgestellt. Danach verwirren sich die Sachbereiche ‘Tiere’ und ‘Nahrungsmittel’ ein wenig. Die ‘Funktionswörter’ und ‘Zahlwörter’ am Schluß sind wieder etwas deutlicher abgegrenzt.

Im Vergleich mit Georg Meisters Vokabular zeigt die Transkription des Japanischen erstaunliche Eigenschaften. Meister hatte seine Wörter und Wendungen nach dem Gehör, d. h. phonetisch notiert, die morphologische Struktur blieb ihm verschlossen. Demgegenüber steht hinter Schmalkaldens Glossar eine konsistente, auf Silben aufbauende Konzeption, was angesichts der Kürze seines Japanaufenthaltes und seines Bildungsganges eine aufsehenerregende Leistung wäre. Ich habe einmal versucht, diese Notation, soweit sie sich rekonstruieren läßt (b), gemäß dem japanischen Silbenalphabet zu ordnen, für das ich im Hinblick auf das damalige Morpheminventar eine leicht modifizierte Hepburnsche Notation (a) verwende:

(a) a  i  u  e  ka  ki  ku  ke  ko  sa  shi  su  se  so  ta  cke  ko  ∫i
  —————————————————————————————
(b) a  i  u  e  ca  ki  cu  ke  co  ∫a  ∫hi  ∫u  xe  ∫o  ta                 xi

(a) chi  tsu  te  to  na  ni  nu  ne  no  ha  hi  fu  he  ma  mi  ∫chi  tçu
  —————————————————————————————
(b) c hi  zu  te  to  na  ni  nu  ne  no  fa  fi  fu  fe  ma  mi

(a) mu  me  mo  ya  yu  ye  yo  ra  ri  ro  wa  wo  n
  —————————————————————————————
(b) mu  me  mo  ÿa  ÿu  ye  io  ra  ri  ro  va  vo  n
  ia  ua
(a) ge  go  za  zu  ze  zo  de  do  ba  bi  bu  be  bo
  —————————————————————————————
(b) grn. Die spanischen Erklärungen seien daher, wie er dem Leser erklärt, verläßlicher als die lateinischen.[58] Ein computergestützter Vergleich mit diesem etwas unübersichtlichen Werk zeigte dann, daß Schmalkaldens und Collados japanische Vokabeln sowie die Akzente, sofern sie bei Schmalkalden verzeichnet sind, fast völlig übereinstimmen. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit hatte Schmalkalden Materialien benutzt, die auf Collados Werk aufbauen und in seiner näheren Umgebung zugänglich gewesen sein mußten.

Die Eindeutschung der japanischen Vokabeln geschah indes nicht gründlich genug, so daß hier und da die eingangs angeführten ‘spanischen’ Elemente blieben. Wie sollten wir diese lesen? Zur Aussprache der japanischen Vokabeln steht in Collados Wörterbuch selbst nichts, dafür aber um so mehr in seiner gleichfalls 1632 erschienenen Ars Grammaticae Linguae Iaponicae, die ich in leicht modernisierte Form wiedergebe:[59]

Quando duae vocales immediate coniunguntur in aliquo vocabulo linguae Iaponicae; non pronunciantur sicut in Latina ‘valeo’ aut in Hispanica ‘vaca’, sed utraque integra per se profertur ‘u-a’, ‘u-o’, ‘u-i’.[60]

Litera ‘s’ pronunciatur sicut ‘ç’, v. g. ‘ſuſumùru’ ‘ſçuſçumùru’.[61]
Litera ‘j’ pronunciatur blande, sicut in lingua Lusitanica ‘joão’, & ‘judeo’.[62]
Litera ‘x’ pronunciatur etiam blande sicut in lingua Lusitanica ‘queixumes’.[63]
Quando supra literam ‘o’ fuerit hoc signum/span>   Mit ‘ane’ ist im Japanischen nur die ‘ältere Schwester’ gemeint.
[20]   Das japanische Wort ‘kimo’ bezeichnete seinerzeit sowohl das Herz als auch die Leber, ‘kokoro’ hingegen nur Herz. Dies wurde von Schmalkalden erkannt und nachträglich korrigiert.
[21]   Infolge eines Lesefehlers wurde das ‘e’ in ‘Catate’ als ‘o’ geschrieben.
[22]   honorative Bezeichnung für (buddhistische) Tempelhallen
[23]   Bezeichnung für die portugiesischen, später allgemein für die europäischen Segler, denen man den Namen ,Schwarzschiff’ wohl wegen der Pech-Abdichtung gab.
[24]   Eigentlich bedeutet ,bōzu’ soviel wie ,buddhistischer Mönch, Priester’. Diese Bezeichnung ist die Wurzel des noch heute in der deutschen Sprache gebräuchlichen Wortes ,Bonze’. Sie wurde wegen des schwach nasalierten ,o’ von den Iberern häufig mit ,n’ als ,Bonzo’[bõzɯ] (!) assimiliert und gelangte über die Missionsschriften bereits während des 16. Jahrhunderts in den deutschen Sprachraum.
[25]   Das lateinische Stichwort gibt die wörtliche Bedeutung von ,riken’ präzise wieder: scharfes Schwert. Unter ,gladius’ war die gebräuchlichere japanische Vokabel ,catana’ angegeben, die interessanterweise als Fremdwort ins Portugiesische übernommen wurde.
[26]   ,Ko’uma’ bedeutet ,Fohlen’.
[27]   Das ,g’ in ,yagi’ ist wahrscheinlich eine Fehlschreibung von ,q’. Diese Wendung, etwa ,hartes Back-Reisküchlein’, war eher eine Erklärung denn ein gängiger japanischer Begriff. Collado nennt nur das Wort “yaqimochi ”.
[28]   Für den Vorgang der alltäglizeichnet drei Äquivalente: ‚ginsu’ (銀子 = Silber!) sowie ,kogane’ (黄金)und , ōgon’ (黄金).
[39]   Theoretisch müßte es ,guin’ heißen, “qin ” bedeutet Gold.
[40]   Genaugenommen bezeichnet man mit ,koto’ einen Sachverhalt, eine Sache, also keine konkreten Gegenstände. Das von Collado außerdem angegebene “gui ” findet man unter ,Gui’ (儀) auch im VOC: “Usase às vezes em lugar de Coto. i, cousa. ”
[41]   ,Nanban’, wörtlich ,Südbarbaren’, war die Bezeichnung für die im 16. Jahrhundert von Südostasien her gekommenen Europäer. Das Wort selbst stammt ursprünglich aus dem Chinesischen.
[42]   Die Zahlen stammen aus ARS, S. 67, vgl. auch ARTE, S. 214.
[43]   Die koordinative Postposition ,to’ dient zur Aufzählung im Sinne eines anreihenden ,und’, während ,mo’ Sachverhalte, Gegenstände mit besonderem Nachdruck etwa in der Bedeutung ,und auch’ verbindet.
[44]   Die ebenfalls koordinative Postposition ,ka’ verwendet man zur Anreihung im Sinne eines disjunktiven ,oder’.
[45]   Bei ,aruiwa’ handelt es sich um eine disjunktive Konjunktion.
[46]   Bei ,ni itatte’ handelt es sich um eine Fügung aus der Postposition ,ni’ und der Suspensivform des Verbs ,itaru’ (= gelangen, kommen), welche die Bedeutung von ,so weit’, ,bis dahin’, ,dazu’ etc. trägt, aber je nach Kontext auch in anderem Sinne beobachtet werden kann.
[47]   Mit ,kōbai meint man eigentlich die ,rote Pflaumenblüte’ im übertragenen Sinne dann auch die ,rote Farbe’. Im Supplemento von 1604 schreibt das VOC: “Côbai. Acai ume. Flor vermelha. Item, Qualquer cor vermelha. ” Ars Grammaticae Iaponicae Linguae, Niffon no cotôba ni yô confesion, Dictionarium sive Thesauri Linguae Iaponicae Compendium. Für zwei dieser Bücher ist eine Art Rohentwurf erhalten: die Arte de lengua Iaponica (Britisch Museum) und das Vocabulario de la Lengua Japona (Biblioteca Vaticana). 1635 fuhr er erneut nach den Philippinen wo er vergeblich versuchte, ein Collegio zur Vorbereitung der chinesischen und japanischen Mission zu begründen.Von den dortigen spanischen Behörden 1638 ausgewiesen, starb er auf dem Heimweg nach Europa bei einem Schiffbruch. Genaueres zu den einzelnen Werken in J. Laures:Kirishitan Bunko. Tokyo 1957, S. 122ff.
[57]   durch Computerauszählung ermittelt
[58]   DIC, S. 157
[59]   ARS, S. 3-5. Interessanterweise baut M. Oyanguren de Santa Ines in seiner 1738 in Mexiko erschienen ,Arte de la lengua Japona’ (von Humboldt entdeckt und nach Europa gebracht) bis in die Beispiele weitgehend auf Collados Aussprachebeschreibung auf (S. 1-5).
[60]   Im lateinischen ,valeo’ (= sich wohl befinden) bzw. spanischen ,vaca’ (= Kuh) hatte das zum Halbvokal verschliffene ,u’ bereits seinen eigenständigen Charakter verloren im Gegensatz zum Japanischen.
[61]   Der Lautwert von ,Sç’ ist etwa mit [sʒ] anzusetzen, “ſçu ſçumuru ” (進むる = voranschreiten) hätte daher bemerkenswerterweise die Aussprache [ssʒɯsʒmɯɾɯ]! Gemeint ist wohl eine gewisse Trübung, ein Laut zwischen [z] und [s].
[62]   Mit “blande ” (wörtlich:einschmeichelnd) ist wohl ein schwach palatalisiertes [J] gemeint, dem man in den portugiesischen Vokabeln „joão ” (= Johannes) bzw. “judeo ” (= Jude) tatsächlich nahekommt.
[69]       Auch hier war eine Modifikation zur Anpassung an das Japanische notwendig. Die Silben ,gue’ und ,gui’ sollten in der gewohnten Weise gelesen werden, “guenin ”(下人 = untergebener Mensch) also wie [gɛnin]. Für das nigorierte ,chi’ - nämlich ,ヂ’ - ließ man sich vom Italienischen anregen; ,gi’ in “giorno ” (= Tag) war als Äquivalent nicht schlecht gewählt. ,Shitaji’(下地) bedeutet soviel wie ,Grund(lage)’.
[70]   Die Beschreibung von ,z’ und ,zz’ wirft einige Fragen auf. Das einfache ,z’ hat, wenn es dem spanischen “zumbar ” (= summen) entspricht, den Lautwert [z]. Aus seinem Gebrauch in den Transliterationen und der damaligen Kanaschreibung zu schließen, steht es z. B. in der, japanisch als ズ geschriebenen Silbe ,zu’ [zɯ]. Das doppelte sei jedoch “heftig ”. Laut Collado bedeute “mizzu ” soviel wie Wasser, somit stünde ,zz’ - wie bei den anderen iberischen Autoren auch - hier als Anlaut in der heute nur noch dialektal verbreiteten Silbe ,dzu’ [dzɯ], in Kanazeichen ヅ. Nun erklärt Collado aber, das Beispiel “Mizu ” habe die Bedeutung ,Honig’. Dieses Wort (蜜) lautet jedoch in allen damaligen Missionswörterbüchern “Mitçu ” [mitsɯ] und deckt sich auch völlig mit der modernen Aussprache.Collado hatte sich entweder verhört oder aber eine Form registriert, in der das [t] im Anlaut von [tsɯ] entfallen war. Ansonsten repräsentieren Verdopplungen wie “tt ”, “xx ”, “qq ”, „cq ”, “pp” die japanischen ,Spannlaute’, die man auch heute ähnlich umschreibt (tt, ss, kk, pp), während sich “jj ” wohl eher auf den Langvokal ,i’ beziehen dürfte.
[71]   Das spanische ,ch’ in “chimenea ” (= Kamin) entspricht mit der Lautung [t∫] dem japanischen “focho ” (wahrscheinlich 庖丁 = Messer) recht gut.
[72]   Dies bezieht sich auf die sogenannten ,gebrochenen’ Silben ,nya’, ,nyo’, ,nyu’ [nja], [njɔ], [njɯ], die als „ nha ” , “nho ” , “nhu ” geschrieben wurden, wie in “nhuva ” (柔和 = Sanftheit). Die der japanischen Lautung sehr nahestehende portugiesische Aussprache vo inserted by FC2 system